Die Geschichte des Briefmarkensammelns, Teil 24 – Betrug und Täuschung sind weit verbreitet

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Bevor wir uns mit Tricks und Täuschungen befassen, möchte ich auf die in „Die Geschichte des Briefmarkensammelns, Teil 22“ beschriebene „Briefmarkenpolka“ zurückkommen. Leider konnte ich bisher kein Bild der Titelseite der Noten für die „Briefmarkenpolka für das Pianoforte“ finden, aber ich erhielt das untenstehende Bild von Jan Vellekoop – die niederländische Version der Briefmarkenpolka, veröffentlicht 1864. Nun zu Betrug und Täuschung. Wir haben in dieser Reihe bereits gesehen, dass Fälschungen fast seit der Ausgabe der ersten Briefmarken existieren und ab 1862, dem Jahr, in dem das Briefmarkensammeln und der Briefmarkenhandel einen enormen Aufschwung erlebten, stark zunahmen. 1863 warnten mehrere Publikationen wiederholt vor Fälschungen, insbesondere solchen aus Nürnberg (Georg Zechmeijer?). In der letzten Ausgabe des „Stamp Collector’s Magazine“ aus dem Jahr 1863 findet sich ein Artikel, der ein gutes Bild des Sammelns zu jener Zeit vermittelt:

Über die Zunahme der Timbromanie

Eine der wichtigsten Maximen im Handel lautet: Wo immer eine Nachfrage besteht, wird es auch ein Angebot geben. Dies hat sich im Falle von Briefmarken in bemerkenswertem Maße bewahrheitet. Vor zwei Jahren gab es kaum Anbieter für die wachsende Sammelleidenschaft für diese kleinen Etiketten; jetzt gibt es nicht nur in London und allen großen Provinzstädten, sondern auch in vielen kleineren Städten wie Hull, Dover, Hartlepool und Ipswich Händler – viele von ihnen machen zweifellos gute Geschäfte; und von Monat zu Monat steigt die Zahl der im „The Stamp Collector's Magazine“ veröffentlichten Adressen. Es gibt wohl keine Art von Holzpfosten, die man nicht von einer dieser unternehmungslustigen Firmen beziehen könnte. Der verstärkte Wettbewerb hat naturgemäß zu einem starken Preisverfall geführt. Die wenigen Einzelgänger, die über viele Jahre hinweg Sammlungen angelegt hatten und nun von der allgemeinen Begeisterung abgehängt wurden, machten sich nie Gedanken über saubere Exemplare, sondern waren mit solchen, die sie und ihre Freunde per Brief erreichten, vollkommen zufrieden. Folglich blieben unleserliche Briefmarken unter den früheren Opfern dieser Manie überwogen; und die ältesten Händlerlisten bieten dem Käufer kaum etwas anderes. Darüber hinaus würden die für die verschiedenen Arten festgelegten Preise, wenn sie für saubere Exemplare verlangt würden, heute als lächerlich angesehen werden. Doch die Zeit verging; man nahm Kontakt zu Freunden, Sammlern und Postmeistern in den Kolonien auf; die neue Nachfrage brachte reichlich Vorräte, und „makellose“ Exemplare wurden zum Renner. Diese haben in vielen Fällen bereits einen Rabatt von 70 bis 80 Prozent erreicht. zu den ursprünglich geforderten Preisen; und die Preissenkung wird zweifellos noch einige Zeit andauern. So ist die wunderschöne Ein-Cent-Marke aus Nova Scotia, die vor einem Jahr noch einen Schilling kostete, jetzt für einen Penny zu haben; und die entsprechende Marke aus New Brunswick, für die trotz Postversand der gleiche Preis verlangt wurde, kostet sauber jetzt ebenfalls einen Penny.* Das Briefmarkensammeln ist nach wie vor beliebt; und es gibt keinen Grund, warum es nicht, ähnlich wie die verwandten Leidenschaften für das Sammeln von Münzen oder Büchern, eine feste Institution in unserem Land bleiben sollte. Unserer Ansicht nach bietet das vorliegende Produkt gegenüber diesen beiden „Torheiten“ mehrere Vorteile; denn der vergleichsweise niedrige Preis, das geringe Volumen der angebotenen Artikel und die Leichtigkeit, mit der sie erhältlich sind, sprechen sehr für sich.“ Soviel zum Artikel aus der Zeitschrift „The Stamp Collector’s Magazine“. Was hier gezeigt wurde, ist, dass die Postverwaltungen aufgrund der Forderungen der Sammler ungebrauchte Briefmarken zur Verfügung stellten, die somit nicht mehr so ​​verwendet werden sollten, wie es ursprünglich für Briefmarken gedacht war – nämlich als Mittel zur Bezahlung der Postzustellung. Aus dieser Zeit heraus erkannten viele Postverwaltungen, dass dies ein lukrativer Teil ihres Geschäfts war, und begannen, regelmäßig neue Briefmarken herauszugeben – besonders lukrativ war es in Zeiten, in denen das Sammeln von Briefmarken populär war (und es gab in den letzten 150 Jahren viele Höhen und Tiefen). Die ungebrauchten Briefmarken aus diesen Zeiten sind heute in der Regel sehr günstig, und frankierte Briefmarken sind oft teurer oder schwerer zu finden. Dies steht im Gegensatz zu Zeiten mit geringerem Gemeinwohl oder geringerem wirtschaftlichem Wohlstand. Momentan befinden wir uns in einer Phase geringeren kollektiven Interesses, aber da die meisten Postverwaltungen heute wirklich kommerziell ausgerichtet sind und Gewinnwachstum angestrebt wird, wird das geringere Interesse durch immer teurere Ausgaben kompensiert, was leider viele Sammler ausschließt. Meiner Ansicht nach hat sich dieser Trend in den letzten einhundertfünfzig Jahren nicht so deutlich gezeigt. In der Vergangenheit führte eine geringere Nachfrage in der Regel zu weniger Problemen. *Im Michel-Katalog wird die oben erwähnte 1-Cent-Marke aus Nova Scotia mit 4.50 € ungebraucht und 18.00 € gebraucht bewertet. Es sind übrigens zahlreiche Fälschungen dieser Marke im Umlauf.  

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