Geschichte des Briefmarkensammelns Teil 34 – Madame E. Nicolas

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Ende der 1970er Jahre erschien in der niederländischen Zeitschrift „Philatelie“ eine faszinierende Artikelserie von K. Kouwenberg über die Geschichte des Briefmarkensammelns. Diese Serie inspirierte Rob Smit, den Inhaber von PostBeeld, die Geschichte des Briefmarkensammelns in mehreren Teilen neu zu schreiben. Dies ist Teil 34. Briefmarkensammeln gilt oft als Männerdomäne, doch das stimmt nicht ganz. PostBeeld hat zwar viele Kundinnen, aber zugegebenermaßen deutlich mehr Kunden. Das war in den 1860er Jahren nicht anders. Sicherlich nicht auf Seiten der Händler, aber es gab Ausnahmen. Eine davon war Madame E. Nicolas in Paris. In der Juli-Ausgabe 1865 des „Stamp Collector's Magazine“ kündigte eine Anzeige an, dass Eugène Nicolas, wohnhaft in der Rue Taitbout 37 in Paris, einen Briefmarkenkatalog herausgegeben hat. Dieser Eugène Nicolas besaß zwar eine kleine Buchhandlung nahe der Rue la Fayette in Paris, war aber nicht der Chef. Das war Madame Nicolas, eine kleine, lebhafte Dame mit viel Geschäftssinn, die in der Beziehung eindeutig die Hosen anhatte. Monsieur half im Laden, Madame leitete das Geschäft, auch den Briefmarkenhandel. Sie machte ihre Sache so gut, dass sie und ihr Mann ihre letzten Lebenstage in Ruhe auf ihrem Landgut in der Normandie verbringen konnten. Und das hatten sie sich redlich verdient! Madame Nicolas hatte unter anderem einen Vertrag mit Moens geschlossen (mehr zu J. B. Moens siehe Teil 15 und 16). Er verpflichtete sich, ihr monatlich einen Brief mit Neuigkeiten und Kuriositäten sowie der dazugehörigen Rechnung zu schicken. Bekannte Sammler wie Donatis, Herpin (siehe Teile 27 und 31), de Saulcy, Regnard und andere waren von ihnen wie die Fliegen vom Zucker angezogen. Eine 15-Centimes-Réunion-Briefmarke, die Moens zehn Jahre zuvor für 5 Francs erworben hatte, wurde für 50 Francs an Madame Nicolas verkauft, doch die bereits erwähnten Sammler zahlten gern 100 Francs für ein solches Stück. Madame Nicolas galt als eigensinnige und stolze Geschäftsfrau. Einmal benötigte sie einige Briefmarken, von denen Pierre Mahé (siehe dazu Teil 28) einen guten Bestand hatte. Hätte sie die Marken von Mahé bezogen, hätte sie einen erheblichen Rabatt erhalten. Da sie dies jedoch als unter ihrer Würde empfand, musste sie den vollen Preis zahlen. Der erwähnte Katalog wurde von E. Regnard, dem Sekretär der „Société Philatélique de France“, einem bekannten Sammler und Publizisten, zusammengestellt.

Rue Taitbout, Paris

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