Geschichte des Briefmarkensammelns Teil 33 – Ein Raubüberfall im Jahr 1865

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Ende der 1970er-Jahre erschien in der niederländischen Zeitschrift „Philatelie“ eine faszinierende Artikelserie von K. Kouwenberg zur Geschichte des Briefmarkensammelns. Diese Serie inspirierte Rob Smit, den Inhaber von PostBeeld, die Geschichte des Briefmarkensammelns in mehreren Teilen neu zu schreiben. Dies ist Teil 33. In der Zeitschrift „The Stamp Collector’s Magazine“ von 1865 findet sich auf Seite 28 folgender Artikel: „Am 4. Februar 1865 erschien der 15-jährige Alexander Dodd vor Gericht in Liverpool. Ihm wird vorgeworfen, Briefmarken im Wert von 500 Pfund aus einem der bedeutendsten Briefmarkenhändler Englands, Young and Stockall, gestohlen zu haben.“ Einer der Partner, Herr Young, der als Zeuge geladen wurde, gab an, das Fehlen eines Albums mit Briefmarken im Wert von etwa 500 Pfund bemerkt zu haben. Er habe dieses Album zuletzt auf einem Schreibtisch unweit der Ladentheke gesehen. Der Verdächtige sei gelegentlich in sein Geschäft gekommen, um Briefmarken zu verkaufen, habe aber nie mehr als sechs Pence verkauft.“ Detective Laycock gab an, Alexander Dodd festgenommen und durchsucht zu haben. Daraufhin seien zwei mit Briefmarken gefüllte Alben und ein Schlüssel aus seinen Taschen aufgetaucht. In seinem Haus wurden zahlreiche weitere Briefmarken gefunden, darunter auch solche, die Young als seine eigenen erkannte, die er aber nie vermisst hatte. Der Verdächtige gestand den Diebstahl und erklärte, er habe das Alben, nachdem er die Briefmarken entnommen hatte, im Botanischen Garten weggeworfen. Ein Anwalt des Angeklagten erklärte vor Gericht, er kenne die Familie Dodd seit zwanzig Jahren und den Jungen seit dessen Geburt. Die Familie gelte als angesehene Leute. Der Junge sei bei einem griechischen Händler angestellt, wo er sehr geschätzt werde und auch weiterhin beschäftigt bleiben könne. Herr Young erklärte daraufhin, er sehe keinen Grund, den Jungen weiter zu verfolgen. Er habe all sein Eigentum zurückerhalten und glaube, der Angeklagte habe keine Ahnung vom Wert des Diebesguts – er hätte damit ein Briefmarkengeschäft eröffnen können. Herr Young gab zu, von dem Vorfall schockiert gewesen zu sein und erkannt zu haben, wie leichtfertig er gewesen sei, indem er wertvolle Briefmarkenalben herumliegen ließ. Zusammenfassend Der Richter sagte, er habe den Fall als schwierig empfunden, aber da der Junge Dodd den Diebstahl gestanden habe, könne er ihn nicht einfach freilassen. Der Junge hatte während des Prozesses bitterlich geweint, wurde aber zu einem Monat Zwangsarbeit verurteilt. Die Gefängnisszene auf dem Bild oben war typisch für das viktorianische England und zeigt Gefangene bei der Aufbereitung von Werg – einem faserigen Material, das im Schiffbau verwendet wurde und Strang für Strang aus alten Seilen herausgesucht werden musste – dies war eine gängige Form der Arbeit in den viktorianischen Arbeitshäusern sowie in den Gefängnissen Großbritanniens.

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