Der Stempel mit dem Namen „Autoplan“

Niederlande
Selbst Sammler niederländischer Poststempel staunen, wenn sie den Begriff „Autoplan“ hören. Und doch existiert diese Briefmarkenart in den Niederlanden seit über achtzig Jahren – obwohl sie nur eine kurze Lebensdauer hatte. Die im Kommunikationsmuseum in Den Haag aufbewahrten Briefmarkenbücher enthalten zwei Abzüge dieser typischen Briefmarke: einen aus Den Haag und einen aus Utrecht. Doch sehen wir uns zunächst an, was darüber veröffentlicht wurde.

In der Februar-Ausgabe 1931 des *Nederlandsch Maandblad voor Philatelie* wurde Folgendes berichtet: Neues Modell von Datumsstempeln. Wir danken Herrn Lunenberg für seinen Bericht: „In Amsterdam (Hauptsitz), Den Haag und Rotterdam scheinen Datumsstempel eines leicht modifizierten Typs für kurze Zeit im Einsatz gewesen zu sein. Der Durchmesser beträgt 30 mm (vorher 28 mm), die Ziffern sind von einem völlig neuen (höheren) Typ, die Stempelnummer fehlt, und die sogenannten Sterne, die eigentlich Kreuze sind, weisen in den vier eingekerbten Ecken eine kleine, dicke Linie auf, die von diesen Ecken ausgeht. Vermutlich sind diese Stempel mit Typenrädern ausgestattet, und die Jahreszahl ist wieder ein separates Zeichen.“ Herr Brave hat sich beim PTT-Hauptsitz nach dem Zweck und der Verbreitung dieser Stempel erkundigt. Wir werden uns nach Erhalt der Antwort wieder mit diesem Thema befassen.

Dem Artikel war eine Schwarzweißabbildung eines Abdrucks der Rotterdamer Briefmarke beigefügt. Nur die Jahreszahl 1931 ist deutlich erkennbar. Der Bericht über die Existenz dreier Briefmarken basierte auf Abdrücken wie dem oben abgebildeten. Auffällig war jedoch, dass die Rotterdamer Abdrücke oft quer über die Postsendungen angebracht wurden. Ebenso auffällig war, dass die Briefmarke aus Den Haag Kreuze aufwies, die beiden anderen jedoch nicht. Die Fortsetzung erschien dann im Monthly Magazine vom März 1931: Der Vorstand der PTT gibt bekannt: Mit den in Ihrem Schreiben vom 30. Januar 1931 erwähnten Stempeln wird ein Versuch durchgeführt, da diese mit einem Griff mit abnehmbarer Kupplung ausgestattet sind, was das Stempeln erleichtert und einen klareren Abdruck auf nicht völlig flachen Sendungen ermöglicht. Die von Ihnen festgestellten geringfügigen Abweichungen von den üblicherweise verwendeten Stempeln können für diesen Versuch selbstverständlich vernachlässigt werden. Über die Einführung von Mehrfachstempeln mit abnehmbaren Griffen kann zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Entscheidung getroffen werden. Sie werden in Amsterdam, Den Haag (vorübergehend aufgrund eines Defekts außer Betrieb), Rotterdam und Utrecht erprobt. Für einen Versuch mit einigen dieser in Paris hergestellten Stempel wird es nicht als notwendig erachtet, ihnen eine Stempelnummer zuzuweisen. Es handelte sich somit um einen Versuch. Die Entscheidung fiel im Oktober 1936. Im PTT-Newsletter vom 16. Juli 1936 hieß es: 1930 wurde ein Versuch mit den sogenannten „Autoplan“-Datumsstempeln durchgeführt. Es handelte sich um Stempel französischer Erfindung, deren Hauptmerkmal darin bestand, dass der Stempelkopf nicht fixiert, sondern über eine lose Kupplung mit dem Griff verbunden war. Der Vorteil dieser Konstruktion lag darin, dass der Kopf unabhängig von der Griffposition – ob senkrecht oder schräg – stets bündig auf dem Stempelgut auflag und somit unter allen Umständen ein perfekter Abdruck erzielt werden sollte. Zudem waren keine Vorkenntnisse erforderlich, und jeder konnte mit diesem Stempel einwandfreie Abdrücke erzielen. Der Hersteller fertigte einen Prototyp eines Gravenhage-Stempels an, der sich deutlich von den damals üblichen Datumsstempeln unterschied. Die Stundenanzeige befand sich vor dem Datum, während die Minuten in Fünferschritten eingestellt werden konnten. Die Stundenanzeige wurde automatisch per Knopfdruck umgeschaltet, die übrigen Zeichen mussten manuell eingestellt werden. Zuvor musste jedoch eine Sperrklinke betätigt werden, die die Zeichen fixierte. Der Durchmesser betrug 33 mm. Dieser Stempel wurde nicht verwendet. Ein zweites Exemplar wurde ebenfalls für Den Haag angefertigt, in derselben Größe und mit demselben Datum wie die Standard-Handradstempel. Dieser Stempel wurde im Juli 1930 testweise verwendet. Die Ergebnisse machten es wünschenswert, den Versuch auf Amsterdam, Rotterdam und Utrecht auszuweiten, was im Januar 1931 begann. Der erweiterte Versuch ergab jedoch nicht, dass diese Briefmarken den bereits verwendeten Datumsstempeln vorzuziehen waren, sodass kein Grund bestand, die Einführung dieser französischen Briefmarken fortzusetzen. Von den im Versuch verwendeten Briefmarken wurden jene für Utrecht und Den Haag 1932 aufgrund eines Defekts außer Dienst gestellt; jene für Amsterdam und Rotterdam waren bereits zuvor ausgemustert worden. Nach nur etwa zwei Jahren wurde das Experiment mit diesen französischen Briefmarken beendet. Abzüge aus Den Haag sind am häufigsten. Abzüge aus Rotterdam und Amsterdam sind mir seltener begegnet. Und noch nie einer aus Utrecht. Besitzen Sie vielleicht einen Abzug der Utrechter Autoplan-Briefmarke in Ihrer Sammlung? Lassen Sie es mich bitte wissen!
Gastbeitrag