Das PostImage Museum (1), das erste Briefmarkenalbum

Niederlande Briefmarken
IMG_0917_101Im PostBeeld-Laden in Haarlem befindet sich direkt am Eingang ein rekonstruiertes Briefmarkengeschäft aus dem 19. Jahrhundert. In den Schaufenstern ist eine Sammlung alter philatelistischer Literatur und Alltagsgegenstände ausgestellt. Es handelt sich um die Privatsammlung von Rob Smit. In einer Artikelreihe stellt Rob gelegentlich ein Museumsstück vor und erläutert es. Die Originale können Sie natürlich im PostBeeld besichtigen.Das älteste philatelistische Buch in meiner Sammlung stammt aus dem Jahr 1863. Es scheint ein guter Anfang für diese Artikelreihe zu sein. Dannenfels Wie Sie wissen, erschien die erste Briefmarke im Jahr 1840. Ab den 19er Jahren wuchs die Zahl der Sammler dieser kleinen Farbbilder rasant, und damit auch der Handel damit. In Großstädten wie London, Paris und Brüssel gab es bereits zahlreiche Händler, für die der Briefmarkenhandel zu einer wichtigen oder gar einzigen Einnahmequelle geworden war. Einer dieser ersten Händler in Paris war Justin Lallier (1823–1873). Lallier kam auf die Idee, dass ein Album mit Fächern zum Einkleben der verschiedenen Briefmarken seinem Geschäft förderlich sein könnte, und so brachte er im August 1862 das weltweit erste Briefmarkenalbum (in französischer Sprache) heraus. Bis dahin waren bereits zahlreiche Briefmarken erschienen, und das Album bietet Platz für etwa 1200 Marken. Die Briefmarken sind nach Ländern geordnet, mit Beschreibungen in den Rahmen und Abbildungen der jeweiligen Länderwappen versehen. dannenfelser2 Das beigefügte Foto zeigt die Seite mit den Niederlanden. Sie enthält drei Briefmarken, da die zweite Ausgabe erst zwei Jahre später erschien (die vier übrigen Rahmen wurden hinzugefügt). Das Album ist eine gebundene Ausgabe mit Platz für alle bis dahin erschienenen Briefmarken. Ergänzungshefte waren noch nicht vorgesehen. Auch das spätere Übertragen der Briefmarken in ein anderes Album war vermutlich nicht ganz einfach, da es noch keine Klebebriefmarken gab. Die Briefmarken wurden einfach eingeklebt. Lallier war wahrscheinlich sehr geschäftstüchtig. Er konnte Lizenzen für das Album verkaufen. Eine englischsprachige Ausgabe erschien im selben Jahr. In den Niederlanden zeigte der Verleger W. F. Dannenfelser in Utrecht Interesse an der Übersetzung und Veröffentlichung. So erschien 1863 das erste niederländischsprachige Briefmarkenalbum. Dieses Album ist in der Vitrine von PostBeeld ausgestellt. IMG_0919
Gastbeitrag