Erinnerungen an den Ersten Weltkrieg in Belgien (Teil 2)

Belgien Beitrag Eisenbahn
1Der Erste Weltkrieg hatte in Belgien großen Schaden angerichtet. Bei der Befreiung im November 1918 fehlte es dem Land an allem, was man sich vorstellen kann. Auch Briefmarken waren darunter. Wollte man ein Paket, einen Brief oder eine Karte verschicken, konnte man zunächst bar am Schalter bezahlen; anschließend wurde der Vermerk „Porto bezahlt“ auf die Sendung geklebt. Erst im Juli 1919 wurde der normale Postbetrieb wieder aufgenommen. Die belgische Post benötigte dringend Briefmarken, und die niederländische Druckerei Joh. Enschedé & Zonen in Haarlem wurde mit dem Entwurf und Druck einer „Befreiungsmarke“ beauftragt. Der Graveur H. Segers setzte den Entwurf um. Als Motiv wurde der „Perron“ in Lüttich gewählt. Dieser Perron hat nichts mit einem Bahnhof zu tun. Der Name ist das französische Wort für „Perron“, eine Steinsäule mit einer Kugel und einem Kreuz darüber. Perron leitet sich von „pierre“ ab und bedeutet wörtlich „großer Stein“. Perroen Luik Es war ein typisches Bild in mehreren Städten des ehemaligen Fürstentums Lüttich. Die Plattform ist ein Symbol für Freiheit, Autonomie und Gerechtigkeit. Das Denkmal stand an dem Ort, an dem Recht gesprochen wurde. Auch in Maastricht gibt es eine solche Plattform. 3 Die erste Auflage der Briefmarke wurde in Zehnerbögen gedruckt. Ab dem 19. Juli 1919 waren nur 500 Bögen im Umlauf. Die zweite Auflage erschien in Bögen zu 100 Marken und war ab dem 27. Juli 1919 erhältlich. Die Marken der Zehner- und der Hundertmarkenbögen sind deutlich zu unterscheiden. Die Marke des Zehnerbogens misst 18,5 x 28 Zentimeter, die des Hundertmarkenbogens 18,25 x 28,5 Zentimeter und ist somit etwas größer. Belgien 168 171 172 Zeitgleich mit der Beauftragung der Befreiungsmarke wurde nach und nach eine Serie von 14 Briefmarken in Umlauf gebracht. Die Serie mit dem Porträt von König Albert I. mit Helm wurde von Jean De Bast nach einer Fotografie des Londoner Journalisten Speaigt aus dem Jahr 1917 entworfen. Der Kupferstich stammte von Hebri Cheffer aus Paris. Belgien 176 177 178 Die Werte reichten von 1 Cent bis einschließlich 10 Francs. Das Bild von „König Albert I. mit Helm“ wurde auch für den Notizblock verwendet, der am 17. Februar 1938 erschien und das Denkmal in Nieuwpoort zeigte. Weitere Informationen finden Sie in Teil drei.

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