Erinnerungen an den Ersten Weltkrieg in Belgien (Teil 1)
Im Juli 1931 fand in Brüssel eine vom „Club Royal Philatélique des Invalides de Guerre“ organisierte Ausstellung statt. Das geht aus dem belgischen Briefmarkenkatalog hervor. Doch was bedeuteten die Buchstaben ONOG und ONIG bzw. NWOW und NWOI?
Nach kurzer Internetrecherche fand ich heraus, dass das belgische Parlament am 11. Oktober 1919 das Gesetz zur materiellen und moralischen Unterstützung der Nationalen Arbeit für Kriegsinvaliden (NWOI) verabschiedet hatte. Dies sollte durch eine möglichst umfassende Ausbildung der Kriegsinvaliden erreicht werden, damit diese geeignete Berufe ergreifen konnten. So konnten die Invaliden ihren Platz in der Gesellschaft behalten. Tatsächlich handelte es sich um die Fortsetzung der 1914 von Prinzessin De Merode gegründeten Arbeit. Ihr Ziel war die Versorgung der von den Deutschen in Notlazaretten zurückgelassenen Verstümmelten. Auf Bitten der belgischen Exilregierung wurde die Arbeit auf die in französischen Krankenhäusern behandelten Verwundeten ausgeweitet. Die NWOI kümmerte sich um die Waisen von Zivilisten, die durch Kriegshandlungen ums Leben gekommen waren, und um die Witwen gefallener Soldaten.
Die Briefmarke zeigt den belgischen Prinzen Leopold III. in der Uniform eines Gefreiten des 12. Linienregiments. Warum der Prinz in einer so schlichten Uniform verewigt wurde, ist unklar; möglicherweise wollte man ihn so volksnäher darstellen. Die Briefmarke war nicht einzeln, sondern nur im Block erhältlich.
Sammler konnten den Block nur im Abonnement vom 18. bis 22. Juli 1931 erwerben. Insgesamt wurden 59.224 Blöcke verkauft. Einige davon wurden zerrissen, da manche Verlage von Briefmarkenalben sowohl den Block als auch einzelne Marken daraus in die vorgedruckten Alben aufgenommen hatten.
Der Druckstock in meiner Sammlung wies übrigens einen kleinen Druckfehler in Form eines horizontalen Strichs durch den ersten Buchstaben E von Belgium auf.
Die verkauften Blöcke trugen oft den Abdruck eines Sonderstempels der Briefmarkenausstellung. Das untenstehende Fragment beweist, dass sie nicht immer korrekt abgestempelt wurden.
Der Block lag im Stapel „verkehrt herum“, und deshalb ging alles schief. In Teil 2 werden weitere belgische Briefmarken vorgestellt, die vor dem Zweiten Weltkrieg herausgegeben wurden und an den Ersten Weltkrieg erinnern.

Der Zeitpunkt, zu dem Ihre Antwort sichtbar wird, kann je nach Sprache variieren und bis zu 24 Stunden dauern.