Große goldene „Stempel“

Großbritannien Philatelie Beitrag
Ab der zweiten Jahreshälfte 2009 wurden Briefe und Pakete aus Großbritannien mit großen, goldfarbenen Aufklebern versehen, die ein Bild von Königin Elizabeth II. und einen schwarzen Aufdruck mit Buchstaben als Code zeigten. Die großen Aufkleber mit den Maßen 58 mm × 65 mm wirkten allerdings etwas ungewöhnlich. War das ein Experiment? Im Grunde ja und doch nein. Am 8. Juni 2009 startete in der Postfiliale Camden Town in Nordlondon ein Testlauf mit neuen Kassenstreifen. Zum Einsatz kam ein Ticketautomat der Marke Horizon. Die selbstklebenden Streifen waren nicht mehr das matte Weiß, das seit Jahren verwendet wurde, sondern goldfarben und zeigten das Bild der Königin. Sie wurden von De La Rue mit einem Tintenstrahldrucker bedruckt. Zunächst wurden die Streifen für den Expressversand verwendet. Der Testlauf war ursprünglich auf einen Monat angesetzt, wurde aber bis September 2009 verlängert. Anschließend wurde er ausgewertet, und es wurde beschlossen, die Comicstrips landesweit einzuführen. Dies geschah ab dem 20. April 2010. Für Wales wurde eine zweisprachige Version (Englisch und Walisisch) verwendet. Die Streifen gab es in zwei Ausführungen: mit Schlitzperforationen und ohne Perforationen. Letztere Ausführung, also ohne Perforationen, wurde ab dem 23. August 2010 erstmals im Postamt Old Street in London EC1 verwendet. Auch die Drucke können sich voneinander unterscheiden, beispielsweise durch helle oder fette Schrift. Was bedeuten die Codes? Folgende Codes wurden verwendet: Leistungsbeschreibung
  • Kurzer Überblick zur 2. Klasse (2L)
  • Kurzfassung der 1. Klasse (1L)
  • Erste Buchstaben für Blinde – bis zu 100 Gramm
  • 2LL 2. Klasse Großbuchstabe (bis einschließlich 26. Juli 2009)
  • 2LG Großbuchstabe 2. Klasse (vom 27. Juli 2009)
  • 1LL 1. Klasse Großbrief (bis einschließlich 26. Juli 2009)
  • 1LG Großbrief 1. Klasse (vom 27. Juli 2009)
  • 2PK 2nd Class pakje
  • 1 Packung, 1. Klasse
  • PE-Paket Wirtschaft International
  • PS-Paket Standard International
  • SD Spezialzustellung (Expresspost)
  • SP Standardpaket (Standardverpackung)
  • Luftpost
  • AX Airsure (Luftpost mit Versicherung bis zu 500 Pfund, bis einschließlich 26. Juli 2009)
  • AAX Airsure (Luftpost mit Versicherung bis zu 500 Pfund, ab 27. Juli 2009)
  • SU Surface Mail (zeepost)
Darüber hinaus verwendete das Verteidigungsministerium folgende Codes: BL BFPO (Brief 1. Klasse), BLL BFPO (Großbrief, bis einschließlich 26. Juli 2009), BLG BFPO (Großbrief, ab 27. Juli 2009), BPK BFPO (Paket), BF BFPO (Paket) und FF (Freipost für Militärangehörige). BFPO ist die Abkürzung für British Forces Post Office (Britische Poststelle der Streitkräfte). Diese Codes sind jedoch nicht die einzigen Angaben auf den gedruckten Etiketten. Nach der Zeile „Porto bezahlt (UK)“ findet sich ab 2010 mitunter eine Ziffer: 4, 5 oder 6 für Royal Mail und 7, 8 oder 9 für den Paketdienst Parcelforce. Diese Ziffer kennzeichnet die Mehrwertsteuer. Zusätzlich gibt es den sogenannten Buchhaltungscode, der mit dem Servicecode verknüpft ist. Dieser Code wird in Kleinbuchstaben nach dem Text „Royal Mail“ gedruckt. Leider sind die Streifen oder Etiketten so fest verklebt, dass sie sich nicht oder nur sehr schwer ablösen lassen. Am besten bewahrt man sie auf, indem man sie ausschneidet und auf dem Papier belässt. Angesichts der vielen möglichen Codes ist es auch eine Herausforderung, alle Formen und Codierungen zu sammeln. Moderne Philatelie langweilig? Sicher nicht bei einem Thema wie den sogenannten Horizon Gold Labels.

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