Designerfehler
Wo Menschen arbeiten, passieren Fehler, und das gilt auch für die Gestaltung von Briefmarken. So viele Briefmarken wurden mit Designfehlern oder anderen Mängeln herausgegeben, dass daraus ein eigenes Sammelgebiet geworden ist. Hier sind einige Beispiele für Briefmarken, bei denen etwas schiefgegangen ist.
Rechtschreibfehler im Ländernamen
Diese belgische Briefmarkenserie zum Thema der Abtei Chèvremont wurde 1948 herausgegeben. Unglücklicherweise hatte der Gestalter dieser Briefmarkenserie den Umlaut im Landesnamen an der falschen Stelle platziert.

Präsident mit sechs Fingern
Diese Briefmarkenserie wurde 1947 in Monaco zu Ehren der CIPEX in New York herausgegeben. Bei genauerer Betrachtung der 50-Cent-Briefmarke erkennt man, dass die Hand von Präsident Roosevelt nicht weniger als sechs Finger hat.

Verhältnissuche
Auf dieser Briefmarkenserie aus den Niederlanden aus dem Jahr 1974 ist der abgebildete Tennisball unverhältnismäßig klein.

Weltraumreisen mit Vorsicht zu genießen
Diese Briefmarke aus dem Jahr 1965 zeigt Woschod 2 und den Weltraumspaziergang russischer Kosmonauten. Das Motiv auf der Briefmarke ist aus mehreren Gründen sehr fantasievoll, vor allem, weil die Kapseltür geöffnet ist.

Lebensgefährlicher Passagierbus
Beim gelben Bus mit der 15-Pfennig-Marke befindet sich der Fahrgasteinstieg auf der falschen Seite, was bedeutet, dass die Fahrgäste mitten auf der Straße aussteigen müssten, da in Deutschland Rechtsverkehr herrscht.
Schneekristalle mit zu wenigen Ästen
Die Sowjetunion gab diese Briefmarkenserie mit Wintersportlern 1964 anlässlich der Olympischen Spiele in Innsbruck heraus. Die Schneeflocke auf der Briefmarke hat fünf Arme. Tatsächlich haben Schneeflocken aber immer sechs Arme.
Defekter Globus
Österreich gab diese Serie von drei Briefmarken im Jahr 2012 heraus. Auf den ersten Blick ist nichts daran auszusetzen, doch bei genauerem Hinsehen auf die dritte Briefmarke entdeckt man, dass der Designer die Antarktis praktischerweise vom Globus weggelassen hat.


Hundert Jahre zu spät
Macau gab diese Briefmarkenserie 1998 heraus, um an die Expedition des portugiesischen Entdeckers Vasco da Gama nach Indien 500 Jahre zuvor, im Jahr 1498, zu erinnern. Auf den Briefmarken ist jedoch das falsche Jahr angegeben, nämlich 1598 statt 1498.



Ein interessantes Thema!
Ein bekanntes Beispiel für einen Gestaltungsfehler ist eine DDR-Briefmarke aus dem Jahr 1956. Die Briefmarke zeigt den Komponisten Schumann, jedoch mit einer Schubert-Komposition im Hintergrund.
http://www.postbeeld.com/nl/stamps/view/sdd0528-r.-schumann-2v-with-wrong-music/
Diese hier ist auch schön:
http://www.postbeeld.com/nl/stamps/view/sdma0707-diplomatic-relations-with-the-netherlands-1v/
Die untere Flagge soll die niederländische Flagge darstellen!
Nun ja, und es gäbe noch viele weitere.
Im Übrigen könnte es sich um einen Linksverkehr-Bus handeln, daher ist die Tür auf der richtigen Seite abgebildet.
Ich glaube, das nennt man Errinophilie. Ich hatte einen Katalog dazu (Yvert), der leider durch Wasserschaden verloren ging. Es gibt so viele Beispiele: eine französische Briefmarke mit Descartes, auf der der Titel seines Buches falsch geschrieben ist. Dafür wurde eine neue Marke herausgegeben. Italien: eine Verkehrssicherheitsmarke mit einer auf dem Kopf stehenden Ampel (Green Top). Aber auch die Niederlande: die Olympischen Spiele 1956 in Melbourne. Die Niederlande boykottierten diese Spiele wegen des Einmarsches der Sowjetunion in Ungarn. Auch das wird in dem Katalog erwähnt. Ein Block mit Motiven der Olympischen Spiele in der Mongolei, auf dem sich vier Bobfahrer in einen Bob quetschen müssen, der eigentlich nur Platz für zwei bietet.
@Per: Druckfehler werden nicht als Errinophilie bezeichnet. Errinophilie bezieht sich auf Gedenk- oder Siegelmarken. Sie sehen zwar aus wie Briefmarken, sind es aber nicht, da sie nicht frankiert werden können. Siehe dazu den Blogbeitrag vom 3. Mai 2011.
Sieh mal einer an, Willem, und so lernen wir jeden Tag mehr über unser Hobby, nicht wahr?