Eine verlorene Provinz: Alem

Beitrag Zweiter-Weltkrieg
Ausnahmsweise nicht ein verlorener Ortsname, sondern eine verlorene Provinz! Am 1. Mai 1873 wurde in Alem eine Zweigstelle der Post eingerichtet, die zum Zuständigkeitsbereich der Poststelle ’s-Hertogenbosch gehörte. Der Leiter der Zweigstelle erhielt einen Namensstempel. Erst über zwölf Jahre später erhielt die Marke auch einen Datumsstempel. Dies geschah am 23. Oktober 1885. Der Abdruck der Marke mit dem Datum 30. September 85 stammt aus dem Briefmarkenbuch der Münzprägeanstalt. Dieser Abdruck gibt an, wann die Marke vom Hersteller geliefert wurde. Die Hilfspoststelle wurde dem Bezirk der Poststelle Oss unterstellt. Die Namensmarke wurde am 5. August 1902 ersetzt. Die sogenannte kleine runde Marke wurde genau ein Jahr später, am 5. August 1903, durch eine große runde Marke ersetzt. Am 24. August 1917 wurde die große runde Briefmarke aufgrund von Abnutzung durch eine kurze Balkenmarke mit der Bezeichnung ALEM (NB) ersetzt. Am 16. Juli 1924 wurde die Hilfspoststelle jedoch aus Budgetgründen zu einer Poststation herabgestuft. Der Leiter der Poststelle musste daraufhin die Datumsmarke abgeben. Der Stationsleiter durfte die Namensmarke der Poststelle behalten, wie ein Vermerk im Briefmarkenheft belegt.

Der Hinweis auf die Herabstufung der Hilfspoststelle findet sich auch auf der neu herausgegebenen Stempelkarte für die Poststelle in Alem. Dies wurde in einer offiziellen Bekanntmachung der Staatlichen Post- und Telekommunikationsbehörde (PTT) bestätigt: Bekanntmachung Nr. 7684S vom 9. Juli 1924: Mit Wirkung vom 16. Juli 1924 wird die Hilfspost-, Telegrafen- und Telefonstelle in Alem durch eine Post-, Telegrafen- und Telefonstation mit Telegrammzustellung ersetzt. Die Postzustellung erfolgt von Maren aus.

Am 23. Januar 1931 erhielt der Bahnhofsvorsteher einen neuen Datumsstempel sowie einen neuen Dienstmarkenstempel. Beide trugen die Bezeichnung ALEM (NB). Während des Zweiten Weltkriegs litt Alem schwer, da es aufgrund der Fährverbindung über die Maas ein wichtiger Ort war. Laut einem dem Dienstmarkenstempel beigefügten Vermerk ging dieser Stempel im Krieg verloren. Ein neuer Stempel wurde am 19. November 1945 versandt.

Das Dorf Alem lag in einer markanten Maasschleife. 1935 wurde diese Schleife jedoch durch den Bau eines Kanals abgeschnitten. Alem lag nun auf einer künstlichen Insel. An der Stelle, wo die Fähre verkehrte, wurde ein Damm errichtet, um eine dauerhafte Verbindung zur Bommelerwaard herzustellen. Und dieses Gebiet gehörte zum Land Gelderland! Die Idee, auf der brabantischen Seite des Kanals ein neues Dorf zu errichten, wurde kurz erwogen, aber verworfen. Die Fähre wurde jedoch auf den Kanal verlegt und verband so Alem, Maren und Kessel. Es wurde jedoch beschlossen, eine Grenzkorrektur zwischen Gelderland und Nordbrabant vorzunehmen. Alem wurde Teil von Gelderland. Deshalb mussten auch die Briefmarken angepasst werden. Dies geschah erst 1958. Am 11. Januar 1958 wurde eine neue Briefmarke mit offenem Balken herausgegeben, am 26. Februar 1958 eine neue Namensmarke. Die Briefmarken enthielten keinen Provinznamen. Einige Zeit zuvor war die Poststelle des Postbezirks Oss wieder dem Postbezirk ’s-Hertogenbosch zugeordnet worden, doch auch dort gab es eine Änderung. Am 2. Juli 1973 wurde die Poststelle dem Postamt Zaltbommel unterstellt. Bis zum Ende. Denn am 2. Januar 1976 wurde die Poststelle geschlossen. Die Briefmarken wurden am 30. Januar 1976 zurückgegeben und vernichtet. War dies das Ende des Postverkehrs in Alem? Nein, denn ab dem 13. September 1977 wurde Alem als Haltestelle in die Route der mobilen Poststelle G von Zaltbommel aufgenommen. Hierzu wurde eine offizielle Bekanntmachung veröffentlicht.

Mobile Poststelle G

Bekanntmachung Nr. 34 vom 23. August 1977: Ämter, Einrichtungen usw. Ab dem 13. September 1977 werden Postdienstleistungen versuchsweise angeboten: a. in Velddriel, wo sich derzeit eine Hilfspoststelle befindet; b. in Hurwenen und Nieuwaal, wo sich derzeit eine Poststelle befindet; c. in Zuilichem, wo derzeit Sitzungen stattfinden; d. in Alem, Delwijnen und Kerkwijk, wo sich derzeit keine Poststelle befindet, mittels der mobilen Poststelle G, die täglich zur gleichen Zeit in den genannten Dörfern stationiert ist. Die mobile Poststelle G untersteht für die Postdienstleistungen der Poststelle Zaltbommel. Haben sich die Einwohner von Alem schon daran gewöhnt, dass sie nun zur Provinz Gelderland gehören?

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