Deutsche Nothilfe im Jahr 1924

Briefmarken Zweiter-Weltkrieg
Am 25. Februar 1924 wurde eine Serie von vier Aufschlagmarken zugunsten der deutschen Nothilfe herausgegeben. Drei der vier Marken wurden in den zuvor beschriebenen UPU-Farben Grün, Rot und Blau gedruckt. Die vierte Marke war orangebraun. nothilfe-5-1924-842-85p.jpgnothilfe-10-1924-844-85p.jpgnothilfe-20-1924-845-85p.jpgnothilfe-50-1924-843-85p.jpg Die Briefmarken wurden von Professor entworfen. Ernst BöhmGeboren wurde er am 6. März 1890 in Berlin. Er wurde Maler und Schriftgestalter und zählte während der Weimarer Republik zu den führenden Persönlichkeiten seines Fachs. Zuvor hatte er eine Briefmarke entworfen, die 15-Pfennig-Marke zur Eröffnung der Reichstagung in Weimar. Sein Entwurf war vom Jugendstil, Art déco und der Neuen Sachlichkeit inspiriert. nationalversammlung_15_1919_852-85p.jpgmoritz-von-schwind-85p.jpgnothilfe-50-rozen-1924-847-185p.jpg Doch zurück zur Serie *Noodhulp* aus dem Jahr 1924. Die Serie basierte auf dem Gemälde „Das Leben der Heiligen Elisabeth“ von Moritz von Schwind, einem österreichischen Maler aus dem frühen 1800. Jahrhundert (siehe Abbildung). Elisabeth von Thüringen Elisabeth war die Tochter des ungarischen Königs Andreas II. und Gertrud von Andechs. Sie wurde am 7. Juli 1207 geboren. Elisabeth erlangte bald Bekanntheit für ihre Wohltätigkeit. Kurz nach ihrem Tod im November 1231 wurden Kranke, die ihr Grab besuchten, auf wundersame Weise geheilt. 1235 wurde Elisabeth heiliggesprochen. Eines der Wunder, das sich um sie ereignete, ist das Rosenwunder, das Böhm symbolisch in seine Briefmarken aufnahm. Die vier Motive der Briefmarken sind weltberühmt. nothilfe-5-hongerigen-1924-851-85p.jpgnothilfe-10-dorstigen-1924-850-85p.jpgnothilfe-20-naakten-1924-849-85p.jpgnothilfe-50-zieken-1924-848-85p.jpg – Die Hungrigen speisen – Die Durstigen stillen – Die Nackten kleiden – Die Kranken pflegen Böhm entnahm Details aus von Schwinds Gemälden und fertigte Zeichnungen davon an. Diese Zeichnungen, in denen die heilige Elisabeth die vier Tugenden verkörpert, sind in die zentralen Bildfelder integriert. Professor Böhm verschwand nach Hitlers Machtergreifung aus der Öffentlichkeit. Er war mit einer Frau jüdischer Herkunft verheiratet, wurde aber nach dem Zweiten Weltkrieg als Professor und Dekan an der Kunstuniversität Berlin wieder eingesetzt. Er starb am 2. September 1963. nothilfe-5-watermerk-1924-846-190p.jpgnothilfe-5-watermerk-detail-1924-846-85p.jpg Aber warum sehen diese Briefmarken so gesprenkelt aus? Dreht man sie um, wird es sofort klar. Die Marken sind auf Papier mit Wasserzeichen gedruckt. Sammler von Briefmarken aus dem Deutschen Reich kennen dieses Wasserzeichen als „Oblaten“. In diesem Fall handelt es sich um „liegende Oblaten“. Verwendet wurde Gummi arabicum. Dieser Gummi verstärkt die Wirkung des Wasserzeichens, sodass es auf der Vorderseite der Marke sichtbar wird. Für Sammler hier einige technische Details: Buchdruck; 5 + 15 Pfennig, Auflage 2.156.217 Stück; 10 + 30 Pfennig, Auflage 2.059.818 Stück; 20 + 60 Pfennig, Auflage 550.277 Stück; 50 + 150 Pfennig, Auflage 295.368 Stück. Es gibt auch eine abweichende Briefmarke, bei der der Buchstabe I in HUNGRIGEN (die 5-Pfennig-Briefmarke) fälschlicherweise als Ziffer 1 eingegeben wurde. Besitzen Sie diese abweichende Briefmarke?

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