Die „Wasserrad“-Briefmarken Bayerns
Die erste bayerische Briefmarke erschien am 1. November 1849. Die quadratische, schwarze Marke wurde von Peter Hasseney entworfen und von Franz Max Josef Seitz gestochen. Sie hatte einen Wert von 1 Kreuzer und wurde in der Universitätsdruckerei München gedruckt. Später folgten weitere Werte im gleichen Design: 3, 6, 9, 12 und 18 Kreuzer.
Später folgten alle Werte in geänderten Farben. Die Briefmarken wurden mit einem Ortsnamenstempel versehen. Dies geschah vom 1. November 1849 bis zum 31. Juli 1850.

Anschließend wurden neue Briefmarken in Form eines Wasserrads eingeführt, die nur eine Nummer enthielten. Diese Nummer entsprach einem bestimmten Postamt. Vom 1. August 1850 bis zum 20. November 1856 wurde eine ganze Nummernliste von 1 bis 603 erstellt.
Im November 1856 beschloss die Bayerische Post (PTT), alle Nummernmarken einzuziehen und neu zu verteilen. Die ursprüngliche alphabetische Reihenfolge war durch die stetig wachsende Anzahl an Postämtern stark durcheinandergeraten; daher wurde eine neue alphabetische Liste erstellt und um drei weitere Postämter ergänzt. Die neue Verteilung erfolgte vom 1. Dezember 1856 bis zum 9. März 1869. Während der Zeit, in der die Nummernmarken nicht verfügbar waren (vom 21. bis 30. November), wurde wieder die Ortsnamenmarke verwendet. Die Nummernserie reichte von 1 bis 606.
Im Zeitraum vom 1. Dezember 1856 bis zum 9. März 1869 wurden beispielsweise 185 Ersatzmarken an Postämter geliefert, die die Marken aufgrund von Abnutzung zurückgesandt hatten. Wasserradstempel modifiziert. In Sammlerkreisen wird das erste Modell als Briefmarke mit geschlossenem Wasserrad bezeichnet. Dies liegt daran, dass das neue Modell ein offenes Wasserrad aufweist.
Doch in diesem Zeitraum geschah noch mehr. Insgesamt kamen 315 weitere Postämter hinzu, wodurch die Serie von Nummer 607 bis einschließlich Nummer 922 erweitert wurde. Diese Briefmarken wurden im neuen, offenen Wasserradmodell hergestellt. Die Nummern 921 und 922 wurden nicht mehr verwendet, sodass die Serie insgesamt 920 Nummern umfasste. Viele Sammler betrachten es als eine Art Sport, alle Nummern und die entsprechenden Namen der Postämter, in denen die Briefmarken verwendet wurden, einander zuzuordnen. Eine Liste der Nummern und Postamtsnamen findet sich in dem Buch „…“.Die Mühlradstempel von BayernDas 1915 von Erich Stenger verfasste Buch gilt noch heute als Standardwerk auf diesem Gebiet. Schade nur, dass die Nummern vieler Briefmarkenabdrücke nicht mehr erkennbar sind.
Wenn Sie gerne rätseln und Briefmarken sammeln, ist das eine großartige Gelegenheit! Rätseln Sie auch gerne? Vielleicht stoßen Sie auf die seltensten Abdrücke: Nummern 35, 894, 899, 905 und 908 bis 920. Alle Abdrücke sind schwarz, es gibt aber auch sehr seltene blaue. Die rote Farbe findet sich nur bei den Nummern 345 und 370. Extrem selten. Viel Glück!
Dieser Puzzle-Fan muss ja ein dickes Portemonnaie haben, um diese Briefmarken in seiner Sammlung zu besitzen. Ich werde sie mir selbst zusammensetzen, anhand der Abbildungen in den Katalogen verschiedener nationaler und internationaler Auktionshäuser. Das wird mich eine Weile beschäftigen!
Ich besitze ein Stück Postwertzeichen, das offenbar bereits benutzt wurde und mit einem Stempel mit einem geschlossenen Wasserrad versehen ist. Es trägt außerdem den Stempel: GB WERBESCHAU 30.6.7-8N München 1912.
Das Wasserrad hat einen Durchmesser von 16 mm anstelle der alten 19 mm.
Wurde die Briefmarke 1912 wiederverwendet oder handelt es sich um eine Fälschung? Die Briefmarke trägt die Nummer 51.
Jacques, die Briefmarke Nr. 51 gehörte bei der ersten Ausgabe dem Postamt Deining. Sie war vom 1. August 1850 bis zum 20. November 1852 in Gebrauch. Nach der Neuverteilung wurde die Nummer 51 dem Postamt Bobingen zugeteilt. Dieses Postamt verwendete die Marke vom 1. Dezember 1856 bis zum 9. März 1869. Danach wurde sie außer Kurs gesetzt. Natürlich kann ich anhand Ihrer Beschreibung nicht feststellen, ob die Marke echt oder eine Fälschung ist. In jedem Fall handelt es sich nicht um einen Abdruck der Originalmarke.