Der Zugbrief aus dem Zweiten Weltkrieg

Eisenbahn Briefmarken Zweiter-Weltkrieg
Am 18. September 2012 erschien auf dem Postzegelblog der erste Teil über Zugbriefe und Eisenbahnmarken. Aufgrund des Zweiten Weltkriegs war das Phänomen des „Zugbriefs“ ab 1943 nicht mehr möglich. Nach dem Krieg, im Jahr 1951, wurde dieser Service jedoch wieder aufgenommen. Mit einer Dienstanweisung der PTT vom 19. September 1951 wurde bekanntgegeben, dass ab dem 7. Oktober desselben Jahres die Beförderung von Gepäckbriefen mit der Niederländischen Eisenbahn (NS) wieder möglich war. Diese Beförderung war auch mit den von der NS betriebenen Bussen möglich. Die zu befördernden Briefe durften jedoch nicht mehr als 500 Gramm wiegen und mussten für Inlandssendungen bestimmt sein. Die NS berechnete für diese Sendungen 15 Cent. Die Gebühr wurde mit einer auf der Rückseite des Umschlags angebrachten Briefmarke entrichtet. Der Begriff „Zugbrief“ wurde erstmals 1955 verwendet. Dies geschah in einer Dienstanweisung vom 24. März 1955. Ziel war es, die Vielzahl der für diesen Service verwendeten Bezeichnungen durch einen einzigen Begriff zu ersetzen. Zuvor wurden Namen wie „Gepäckbürobriefe“ (wie sie ursprünglich hießen), „Pressepakete“, „Briefe mit Bahnstempeln“ und „Eisenbahnbriefe“ verwendet. Es wurde außerdem vereinbart, dass Presse- und Redaktionsagenturen die für sie bestimmten Zugbriefe am Bahnhof abholen konnten. Sie mussten sich jedoch ausweisen. 1970 erfolgte bei der NS eine umfassende Umstrukturierung, in deren Zugverkehr sich die Beförderung von Bahnbriefen grundlegend änderte. Dies wurde in einer Dienstanweisung vom 14. Mai 1970 bekanntgegeben. Es wurde zwischen Bahnbriefen und Pressebriefen unterschieden. Ab diesem Datum durften Bahnbriefe nur noch an den Fahrkartenschaltern einiger weniger Bahnhöfe abgegeben werden. Neben der obligatorischen Frankierung mit einer Standardbriefmarke zum damals gültigen Tarif musste eine NS-Briefmarke angebracht werden. Das Porto hierfür betrug 45 Cent. Pressebriefe für Redaktionen mussten außerdem mit einem leuchtend roten Aufkleber versehen werden, auf dem der Name des Bahnhofs vermerkt war. Die Ära der Zugbriefe war jedoch nicht von langer Dauer. Mit einem Diensterlass vom 18. April 1979 wurde die Beförderung von Zugbriefen und Pressezugbriefen mit Wirkung zum 1. Mai 1979 eingestellt. Daher ist es heutzutage recht schwierig, gut erhaltene Exemplare von Pressezugbriefen, wie das obige Beispiel aus dem Jahr 1971, zu finden.

1 Reaktion

  1. Gibt es eine Übersicht der verwendeten Bahnhofsstempel (?), wie zum Beispiel den abgebildeten Stempel aus Arnheim mit der Nummer 071?
    Ich habe im Internet gesucht, aber es scheint kaum Informationen über diese Briefmarken zu geben. Nicht einmal die Bezeichnung dieser Briefmarkenart…

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