Die Tantallampe

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Als Sammler von Briefmarken und Schreibwaren aus Bosnien und Herzegowina stieß ich auf einen Umschlag mit zwei grünen 5-Heller-Briefmarken mit dem Bild von Kaiser Franz Joseph I. Die Briefmarke wurde am 4. Oktober 1912 herausgegeben. Das Datum auf dem Briefmarkenabdruck aus Sarajevo ist der 22. Februar 1914, nur vier Monate vor dem Attentat auf Franz Ferdinand von Österreich in Sarajevo, einem der Auslöser für den Beginn des Ersten Weltkriegs. An sich ist so ein Umschlag nichts Besonderes. Doch was ins Auge fiel, war das Werbelogo unten links: Tantal Lampe. Irgendwo ging ein Licht auf. War das der Vorläufer der Glühbirne? Und das Internet lieferte mal wieder die Antwort. Die Tantallampe wurde von Siemens eingeführt und war eine Erfindung des Schweizers Otto Feuerlein. Er übernahm 1902 die Leitung der Siemens-Glühbirnenfabrik, wo damals noch Glühbirnen mit Kohlefaden hergestellt wurden. Tatsächlich hatte Feuerleins Kollege Werner von Bolton das Element Tantal als möglichen Nachfolger des Kohlefadens entdeckt. Bis 1905 war die Produktion so weit fortgeschritten, dass die Tantallampe in Serie gefertigt werden konnte. Tantal ist ein chemisches Element mit dem Symbol Ta und der Ordnungszahl 73. Damit war der Kohlefaden überholt. Die Tantallampe wurde nun weltweit zum Standard – ein Fortschritt aufgrund des geringeren Stromverbrauchs und der höheren Lichtausbeute. Die Lampen waren zudem weniger zerbrechlich und widerstandsfähiger gegen Stöße beim Transport. Allerdings hatte die Tantallampe nur eine kurze Lebensdauer. 1910 wurde ein noch besserer Glühfaden aus Wolfram erfunden. Eine kleine Abbildung auf einem Lampenumschlag, die mir dennoch etwas Licht auf die Geschichte der Glühbirne warf. Und das aus Bosnien und Herzegowina!

2 Kommentare

  1. Was ich für die damalige Zeit ebenfalls beeindruckend finde: Der Umschlag ist an einen Herrn Leybolds in Köln (am Rhein) adressiert. Ohne weitere Adressangabe!

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