Vom Merapi
Einer der beeindruckendsten Vulkane ist der Merapi auf der Insel Java, nahe der Großstadt Yogyakarta. Mit einer Höhe von fast drei Kilometern zählt er zu den aktivsten Vulkanen des indonesischen Archipels. Sein Name leitet sich von den javanischen Wörtern „meru“ (Berg) und „api“ (Feuer) ab und bedeutet so viel wie „Feuerberg“. Alle zwei bis fünf Jahre kommt es zu kleineren, alle zehn bis fünfzehn Jahre zu größeren Ausbrüchen. 1930 ereignete sich ein sehr großer Ausbruch, bei dem mehr als zehn Dörfer vollständig zerstört und 1400 Menschen getötet wurden. Der letzte große Ausbruch fand 2010 statt und forderte über 300 Todesopfer.
Am 2. März 1953 ereignete sich ein Vulkanausbruch, bei dem die Hänge des Vulkans von einer dicken Ascheschicht bedeckt wurden. An der Nordseite ergoss sich ein Lavastrom. Der Ausbruch verursachte erhebliche Schäden an Ackerland, Häusern und Straßen. Auch in diesem dicht besiedelten Gebiet gab es Opfer. Um die dringendsten Bedürfnisse finanziell zu decken, gab die indonesische Post und Telekommunikation (PTT) eine Serie von acht Sonderbriefmarken mit einem Bild des Vulkans heraus. Die Serie wurde von Amat bin Djupri entworfen und von G. Kolff & Co. in Jakarta im Offsetdruckverfahren gedruckt. Die Zähnung der Werte von 15 Sen bis einschließlich 2 Rupiah betrug 12:12, die der Werte von 3 und 5 Rupiah 12.
Im Juli 1954 wurden die beiden Briefmarken zu 3 und 5 Rupiah neu aufgelegt. Diese Neuauflage ist an der geänderten Perforation 12½ : 12 erkennbar.
Für die Aprilausgabe 1954 wurde eine Briefmarke mit einem Vulkanmotiv herausgegeben. Da nur wenige Ersttagsbriefe existieren, bot dies Fälschern einen Anreiz, die Marke nachzuahmen. Der linke Abdruck zeigt die Originalmarke, der rechte die Fälschung. Dabei fällt auf, dass die Darstellung des Vulkans mit einer anderen Rauchsäule und anderen Konturen des Berghangs zu unterscheiden ist. Der markante Kegel auf dem Gipfel fehlt bei der Fälschung.
Korrekt frankierte Postsendungen mit diesen Briefmarken sind schwer zu finden. Briefe wurden oft mit einer kompletten Serie, manchmal sogar mit Briefmarken aus einer Serie, versehen, ohne Rücksicht auf das Porto oder die rechtliche Gültigkeit.
Zwei Briefe von Th. Seth Paul aus Makassar belegen dies. Mir ist kein Brief mit der einzelnen 5-Rupiah-Briefmarke bekannt. War Seth Paul Briefmarkensammler? Vermutlich. Als Absender konnte ich den Direktor der Eis- und Mineralwasserfabrik „Aurora“ in Makassar am Patoenoeangweg ausfindig machen. Er wurde angeblich am 28. September 1890 geboren und war somit 63 Jahre alt, als er die Briefe verfasste.
In der Briefmarkenserie habe ich kaum Abweichungen in Form von Platten- oder Druckfehlern festgestellt. Lediglich bei der 3-Rupiah-Marke des ersten Drucks stieß ich zweimal auf einen kleinen Fleck auf dem Buchstaben „P“ von „Republik“. Die Serie scheint zudem ungezähnt und ohne Gummierung zu sein, was auf Probedrucke hindeutet. Mir ist unklar, ob es sich um echte Probedrucke handelt oder ob es sich um Marken handelt, die in der Druckerei nicht fertiggestellt wurden und irgendwie in Umlauf gelangten.

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