Die Macht des Öls
Aruba und Öl. Doch auf und um die Insel herum findet man kein Öl. Trotzdem stand dort viele Jahre lang eine der größten Ölraffinerien der Welt. Und Öl ist neben dem Tourismus nach wie vor ein wichtiger Arbeitgeber und eine bedeutende Einnahmequelle.
Die Ankunft der amerikanischen Raffinerie Lago Oil Company auf Aruba im Jahr 1924 brachte viele Veränderungen mit sich. Diese betrafen die Beschäftigung, die Wirtschaft, die Bevölkerung, die Regierung, die Umwelt und vieles mehr. 1924 lebten nur wenige Tausend Menschen auf der Insel. Die Raffinerie benötigte jedoch eine große Anzahl von Mitarbeitern, die aus anderen Teilen der Karibik und aus den Vereinigten Staaten kamen. Die Raffinerie befand sich in San Nicolas, einer kleinen Stadt, die bald größer wurde als die Hauptstadt Oranjestad. 1933 wurde ein Flugfeld für die vielen Mitarbeiter aus den Vereinigten Staaten und anderen Regionen errichtet, die dort ankamen oder zurückkehrten. Der erste Linienflug zwischen Aruba und Curaçao fand am 19. Januar 1935 statt.
Am 11. August 1938 wurde eine direkte Flugverbindung zwischen Curaçao (Willemstad) und den Vereinigten Staaten (Miami) eröffnet. 1941 wurde ein Flugplatz in Jamaika (Kingston) in Betrieb genommen, und die KLM nahm einen regelmäßigen Linienflugbetrieb von Willemstad über Oranjestad nach Kingston auf. Erst am 16. August 1943 wurde eine Direktverbindung von Willemstad über Oranjestad, Kingston und Canagüey (Kuba) nach Miami eingerichtet. Diese wöchentliche Verbindung wurde auf Initiative der Lago Oil Company geschaffen, um ihre zahlreichen amerikanischen Mitarbeiter zu befördern. Der Erstflug fand mit der KLM-Maschine „Troepiaal“ unter dem Kommando von Pilot Hakkenberg statt. Die Maschine war eine Lockheed 14WF62 Super Electra und wurde im März 1938 in Dienst gestellt.


Der erste planmäßige Flug wurde mit einem Sonderumschlag „gefeiert“. Sammler konnten diesen Umschlag erwerben und ihn nach dem Aufkleben der nötigen Briefmarken nach Miami schicken. Nach der Zensur wurden die Umschläge mit dem Abdruck einer großen Sondermarke versehen. Die Marke war so groß, dass sie oft auf die Rückseite gedruckt werden musste. In Miami wurden die Umschläge an die Absender zurückgeschickt. Man konnte den Umschlag sowohl von Willemstad als auch von den anderen Zwischenstopps aus versenden. Die Anzahl der von Curaçao und Aruba versandten Umschläge wurde akribisch erfasst. Von Willemstad aus wurden 11.787 Umschläge mit der großen violetten Briefmarke verschickt. Von Oranjestad aus waren es 6.173 mit einer grünen Briefmarke. Für die beiden anderen Orte sind keine Zahlen bekannt. Sicherlich eine schöne Vignette auf dem Umschlag mit dem Morsecode-Symbol … – für das V von Frieden. Die Macht des Öls? Oder um des Öls willen?

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