Die Kinderbriefmarkenkampagnen von 1971, 1974, 1976 und 1978 (2)

Der zweite Teil dieser Artikelreihe befasst sich mit den Kinderbriefmarkenkampagnen der Jahre 1971 bis 1978. Auffällig ist, dass für die Kinderbriefmarkenjahre 1971 und 1974 deutlich weniger Platz benötigt wurde als für die Jahre 1976 und 1978. Der Grund dafür? Anlässlich des 50- und 30-jährigen Jubiläums der Kinderbriefmarken wurden attraktive und einprägsame Sonderausgaben herausgegeben.

1971

1971 erschien nicht die 47., sondern nur die 45. Kinderbriefmarkenserie. Ohne Hintergrundinformationen bleibt dies für viele ein Rätsel. Während des Zweiten Weltkriegs wurden 1942, 1943 und 1944 keine Kinderbriefmarkenserien herausgegeben. Der Grund: Die Deutschen verlangten den Aufschlag für deutschfreundliche Wohltätigkeitsorganisationen. So wurde 1971 das 45-jährige Jubiläum der Kinderbriefmarken mit einer Plakat-/Türmarke gefeiert, die… Frans Mettes sind so konzipiert.

1974

Vor fünfzig Jahren, im Jahr 1924, wurden die ersten Kinderbriefmarken im Postamt verkauft. Der Grafikdesigner Frans Mettes entwarf das rote Plakat, die gelbe Türmarke und die DAM-Poststempelmotive. Das Amsterdamer Komitee für Kinderbriefmarken förderte den Verkauf von Kinderbriefmarken (jährlich ab 1970) im Zeitraum vom 12. bis 14. November, indem es DAM-Umschläge in Kombination mit einer DAM-Briefmarke verkaufte.

1976

Ganz im Sinne der Kinderbriefmarkenkampagne wurde der Text „50-fache Kinderbriefmarken“ von einem Kind handschriftlich verfasst. Sowohl 1974 als auch 1976 beziehen sich die Briefmarkenserien auf 50-fache Kinderbriefmarken. Dies wirkt verwirrend. Der Grund dafür? 1974 diente die erste Ausgabe der Kinderbriefmarkenserie von 1924 als Grundlage. 1976 hingegen war die Anzahl der herausgegebenen Kinderbriefmarkenserien, nämlich „50-mal“, Bezugspunkt, wie es auf einem Plakat über einem Briefkasten zu lesen war. In den Jahren 1974, 1975 und 1976 erschienen die 48., 49. bzw. 50. Briefmarkenserie. Mit diesem Plakat (entworfen von Frans Mettes) wurde 1976 dazu aufgerufen, Kinderbriefmarken zu bestellen oder zu kaufen. Schulkinder, die an der Schulaktion „Von Kindern für Kinder“ teilnahmen, baten Anwohner, die Kinderbriefmarken und/oder Postkarten bestellt hatten, eine Türmarke an ihre Tür oder ihr Fenster zu kleben. So wussten die anderen Schüler sofort, dass sie nicht mehr klingeln mussten. Im Jahr 1976 warb das Amsterdamer Komitee für Kinderbriefmarken auch im Zeitraum vom 16. bis 18. November mit einem DAM-Umschlag und einer DAM-Briefmarke für den Verkauf von Kinderbriefmarken.

1978

NVPH 1169 - Kinderbriefmarke 1978 Die vier Kinderbriefmarken sind ansprechend in ein perforiertes Raster eingearbeitet. Um die Briefmarken herum und innerhalb des Rasters sind Kinder platziert, die uns als Betrachter auf lebendige Weise mit den Briefmarken in Kontakt bringen wollen. Eines der Kinder lenkt unsere Aufmerksamkeit sogar mit dem Zeigefinger auf den Text am oberen Rand. Auf der 55-Cent-Briefmarke ist der Text „30 x by the child for the child“ spiegelverkehrt angebracht. Sowohl die Türstempel (entworfen von Frans Mettes) als auch die Plakate der PTT-Kinderstempelaktion tragen die Zahl „30x“. Diese Zahl bezieht sich auf das Jahr 1948, als die erste Schulstempelaktion für Kinder startete. Der rote Türstempel kann sich durch längere Sonneneinstrahlung verfärben und mit der Zeit gelb werden. Vor Jahren hatte Karin Bloemen in ihrem Theaterprogramm einen Sketch über Kinderstempel. Ein Mädchen versucht darin, so viele Stempel wie möglich zu verkaufen, indem sie die Gefühle der Menschen, an deren Haustür sie klingelt, geschickt ausnutzt. Sie stellt den wohltätigen Zweck der Aktion auf unglaublich rührende und dramatische Weise dar. Am Ende kniet sie buchstäblich vor den Leuten, um sie zum Kauf möglichst vieler Stempel zu bewegen. NVPH 1167 - Kinderbriefmarke 1978 1978 wurden die jungen Mitarbeiter der Schulkampagne „Von Kindern für Kinder“ nicht nur mit einem Dankeschön-Aufkleber (wie jedes Jahr üblich), sondern auch mit einer Briefmarke (nvph 1167) geehrt. Ein kleiner Junge klingelt an einer Haustür und versucht, einen Käufer für die neuen Kinderbriefmarken zu finden. Der Junge steht buchstäblich direkt vor der Tür: Seine beiden Schuhe sind im Bildausschnitt positioniert! Dass die Beteiligung von Schulkindern attraktiv war, belegen unter anderem die Verkaufszahlen der Briefmarkenkampagne von 1963 mit Kinderliedern. Einige Kinderbriefmarken wurden ausschließlich über Schulen verkauft, andere nur bei der Post erhältlich. Die Schulkinder verkauften über 10 Millionen 4-Cent-Briefmarken und 19 Millionen 12-Cent-Briefmarken. Bei den übrigen Kinderbriefmarken beliefen sich die Verkaufszahlen auf lediglich 1.151.138, 1.200.328 und 1.108.556 Stück.

Fortsetzung

Teil 3 folgt am 18. August.

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