Die große Illusion in Haarlem

Ein sprechender Kopf auf einem Tisch, ein Geist, der auf der Bühne erscheint, Stereoskope, die die ägyptischen Pyramiden dreidimensional zeigen: Im 19. Jahrhundert sorgten optische Täuschungen für Furore. Das Publikum war begeistert! Genau wie wir heute staunend ein Foto des Papstes in einem schicken Designermantel betrachten. Es ist unmöglich, und doch wirkt es realer als die Realität selbst. Besitzen Sie Briefmarken mit diesem Thema in Ihrer Sammlung? Besuchen Sie diese spannende Ausstellung noch bis zum 1. September 2024 im Teylers Museum in Haarlem.

Die große Illusion

Die Ausstellung „Die große Illusion – 200 Jahre virtuelle Realitäten“ entführt Sie ins 19. Jahrhundert, zu den Wurzeln von Virtual Reality, Augmented Reality und Täuschungen. Die Ausstellungshalle des ältesten Museums der Niederlande verwandelt sich in einen Spiegelsaal. Tauchen Sie ein in die Welt der Illusionen des 19. Jahrhunderts und der Gegenwart: Werfen Sie einen Blick in Teylers Meisterwerk, das Kaiserpanorama, betreten Sie einen kaleidoskopischen Raum oder lassen Sie sich von Bildern überraschen, die mit künstlicher Intelligenz (KI) erzeugt wurden – oder etwa nicht? Von Spiegeln und Projektoren bis hin zur digitalen Genialität der KI: „Die große Illusion“ zeigt, dass die Faszination für Illusionen damals gar nicht so anders war als heute. Meine Damen und Herren, kommen Sie und sehen Sie selbst!
Belgien (2014): Fünf optische Täuschungen: Stillleben mit Clown, Stifte zählen, bewegliche Würfel, Profilschlüssel, finde die Zahl.
Im 19. Jahrhundert entwickelten sich optische Täuschungen zu einem Massenspektakel. Die Menschen bestaunten die grandiosen und verblüffenden visuellen Effekte, die oft mithilfe neuester Techniken und wissenschaftlicher Erkenntnisse erzeugt wurden. Spektakuläre Theateraufführungen und aufregende Jahrmarktsshows beeindruckten das Publikum tief. Welten, die normalerweise unerreichbar sind, und Dinge, die unmöglich erscheinen, aber dennoch sehr real wirken: Diese virtuellen Realitäten faszinierten.
Niederlande (2020): Kaleidoskop.
Die Technik, die hinter dem Erscheinen von Menschen als Geister steckt („Pepper’s Ghost“), wird auch heute noch angewendet und sorgt nach wie vor für Begeisterung und Staunen. Man denke nur an Tupac, der – 150 Jahre nach der Erfindung dieser Technik – nach seinem Tod plötzlich auf der Bühne inmitten anderer Künstler erschien. Schon im 19. Jahrhundert kamen Bedenken hinsichtlich der Glaubwürdigkeit dieser erzeugten Realitäten auf. Die interaktive Familienausstellung „Die große Illusion“ zieht Parallelen zur Gegenwart und wirft erneut die aktuelle Frage auf: Ist Sehen Glauben? „Die große Illusion“ ist die erste Ausstellung in den Niederlanden, die Wissenschaft, Technologie, Theater und Massenunterhaltung miteinander verbindet. Angetrieben von der Faszination für die Funktionsweise des Auges, umfasst Teylers wissenschaftliche Sammlung eine Fülle von Materialien zu optischen Täuschungen, darunter Laterna magica, Phenakistiskop-Scheiben sowie Stereofotos und -betrachter. Die Leihgaben stammen unter anderem vom Rijksmuseum, dem Eye Filmmuseum, der Cinématèque française sowie von verschiedenen privaten Sammlern und Museen.
Duitsland (2019): Optische Täuschungen (Perspektivwechsel, Gebogene Linien)
 

Mehr Infos:

Die große Illusion bis zum 1. September 2024 in Haarlem: https://teylersmuseum.nl/nl/zien-en-doen/de-grote-illusie  

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