Die erste offizielle Luftpost aus den Niederlanden ins Ausland

Flugzeug-Luftfahrt Irland Niederlande
TasseDie Blütezeit des Sammelns von Briefumschlägen anlässlich von Erstflügen ist längst vorbei. Dennoch finden weiterhin Erstflüge statt, bei denen Postsendungen beigelegt werden können. Beschränkt man sich auf die Niederlande, handelt es sich dabei in der Regel um KLM-Flüge ins Ausland. Hierbei lässt sich zwischen einem Erstflug auf einer neu eröffneten Strecke und einem Erstflug eines bestimmten Flugzeugtyps auf einer bereits bestehenden Strecke unterscheiden. Umschlag Doch wann fand der erste offizielle Postflug statt? Die Antwort ist leicht zu finden, denn am 5. Juli 1960 startete ein Gedenkflug von Amsterdam nach London. Dieser sollte an den ersten offiziellen Postflug erinnern. Leider besitze ich keinen Umschlag, der mit diesem ersten Postflug befördert wurde, da nur 300 Stück mit dem Nachmittagsflug der KLM/AT&T vom 5. Juli 1920 transportiert wurden. Und davon sind nicht viele erhalten geblieben. AT&T steht für Aircraft Transport & Travel Ltd. Gedenkumschlag Auf dem Gedenkumschlag ist ein Flugzeug abgebildet. Die von W. G. R. Hinchliffe geflogene Maschine war jedoch eine De Havilland 9 mit dem Kennzeichen G-EAPU und nicht H-NAQP, wie auf dem Rumpf zu lesen ist. 1920 flog die KLM auch mit gemieteten ausländischen Flugzeugen und ausländischen Piloten. Erst am 25. August 1920 nahm die KLM den Betrieb mit eigenen Flugzeugen auf. Der Flug erlangte große Berühmtheit. Kurz vor dem Londoner Flughafen Croydon musste der Pilot aufgrund des Nebels auf einer Wiese notlanden. Nach der Landung fragte er nach dem Weg und startete erneut. Nach einer Stunde Suche ging ihm der Treibstoff aus, und er musste in Penshurst, etwa 34 Kilometer von Croydon entfernt, notlanden. Hinchliffe nahm die Post aus dem Flugzeug und fuhr mit dem Taxi nach London. Er konnte die Post gerade noch rechtzeitig für die Zustellung zustellen. In einer schriftlichen Pressemitteilung vom 3. Juli 1920, verfasst vom Direktor der Amsterdamer Post, wurde erstmals die Möglichkeit des Luftpostversands bekanntgegeben. Darin wurde genau festgelegt, wo Sendungen für den ersten Luftpostflug abgegeben werden konnten: Der Direktor der Amsterdamer Post gibt bekannt, dass Sendungen, die ab dem 5. dieses Monats per Luftpost nach Großbritannien und Irland verschickt werden sollen, bis 13:00 Uhr in der Hauptpoststelle (Schalter 1) und in der Mercurius-Filiale abgegeben werden können; Einschreiben (ohne Wertangabe) bis spätestens 12:30 Uhr. Darüber hinaus können normale und Einschreiben für den Luftpostversand bis spätestens 12:30 Uhr auch in den Filialen Tulpplein, Amstel und Kerkstraat abgegeben werden. Der Brief ist in dem Buch „Luchtvaart en Luchtpost encyclopedie deel 1“ von JLCM TSchroots und HHC TSchroots-Boer abgedruckt. Für die Beamten der Post selbst wurde die erste offizielle Möglichkeit, Post per Luftpost zu versenden, mit der Dienstanweisung 556 vom 1. Juli 1920 bekanntgegeben. Erster Flug 4 Zurück zum Briefumschlag von 1960. 40.000 Postsendungen wurden mit der KLM-Maschine, einer Vickers Viscount PH-VIG mit dem Namen „Sir Charles E. Kingsford Smith“, transportiert, die von Pilot P. Snitselaar geflogen wurde. Für den Flug waren Sonderflugmarken zugelassen. Diese deckten das internationale Porto von 30 Cent ab. Die beiden Briefmarken wurden am 5. Juli 1960 im Amsterdamer Hauptbahnhof abgestempelt. Erster Flug 5 Bei der Ankunft in London wurde ein Stempelabdruck mit dem Vermerk „Angekommen mit KL 127 London W1 5-7-1960“ angefertigt. Ich hätte jedoch lieber einen Umschlag aus dem Erstflug von 1920 gehabt – ein Wunsch, der wohl nie in Erfüllung gehen wird. Interessieren Sie sich für Luftpost? Dann wenden Sie sich bitte an „De Vliegende Hollander“. Webseite: http://www.de-vliegende-hollander.com/.

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