Die Besetzung Belgiens im Ersten Weltkrieg (Teil 2)
Das „westbelgische Kampfgebiet“ umfasste den von deutschen Truppen besetzten Teil Belgiens zwischen der Front und der Grenze des Generalgouvernements in Belgien. Es beinhaltete Ost- und Westflandern, die Arrondissements Arlon, Mons und Tournai sowie eine Reihe von Gemeinden in nordfranzösischen Départements.Ein Etappengebiet war der Teil eines Landes, der vollständig unter der Kontrolle der Besatzungsmächte stand und in dem sich die wichtigsten Versorgungsgüter der Armee in einem breiten Streifen direkt hinter der Front befanden. Auch die Unterstützungseinheiten der Armee, wie beispielsweise Lazarette, waren hier stationiert. Das Etappengebiet war in verschiedene Kommandoturen unterteilt. Die Grenzen des Gebiets waren nicht fest und verschoben sich mit dem Frontverlauf. Der Postverkehr unterstand der vollständigen Aufsicht der Besatzungsmächte.
Die Serie umfasste zwölf Werte. Ein wesentlicher Unterschied zu den Aufdrucken des Generalgouvernements von Belgien bestand darin, dass das Wort „Belgien“ in dieser Serie fehlte. Die Serie wurde ab dem 1. Dezember 1916 ausgegeben.
Postsendungen aus dem Etappengebiet, die mit Briefmarken ab dem 1. Dezember 1916 frankiert wurden, sind deutlich seltener als Postsendungen mit Briefmarken des Generalgouvernements. Einzelne, entwertete Briefmarken tragen meist Abdrücke der „Postüberwachungsstelle“. Diese sind rund, ohne Amtsnamen und bestehen nur aus einer Zahl und einem Buchstaben. Daneben findet man Abdrücke der rechteckigen „Postprüfungsstelle“-Briefmarke der Etappen-Inspektion, die einen Amtsnamen enthält. Und haben Sie ein Stück Post mit einem klaren Abdruck vom Dezember 1916 gefunden, das mit einer Briefmarke der Serie „Etappengebiet“ frankiert ist? Dann haben Sie einen echten Schatz entdeckt!
