Die Besetzung Belgiens im Ersten Weltkrieg (Teil 1)

Belgien Beitrag Erster Weltkrieg
1Ohne formelle Kriegserklärung marschierten deutsche Truppen am 4. August 1914 in Belgien ein. Welche Folgen hatte der darauffolgende Feldzug der deutschen Armeen und die deutsche Besatzung für den Postdienst? Während der Besatzung von 1914 bis 1918 war Belgien in zwei getrennte Gebiete oder Zonen aufgeteilt: das Gebiet des Generalgouvernements und das deutsche Étappengebiet.Im Oktober 1914 wurden die ersten Werte einer Serie von neun Briefmarken für das Generalgouvernement unter Generalgouverneur Van der Goltz, Van Bissing und Van Falkenhaussen herausgegeben. Das Gebiet umfasste die Provinzen Antwerpen, Brabant, Lüttich, Hennegau, Limburg und Namur, mit Ausnahme der Arrondissements Arlon, Mons und Tournai. Auch die französischen Gemeinden Fumay, Givet, Haybes und Maubeuge gehörten zum Generalgouvernement. Die Postdienste in diesem Gebiet wurden ab dem 1. Oktober 1914 von den deutschen Besatzungstruppen verwaltet. Diese nannten den Postdienst „Landespost in Belgien“. 2 Es wurden Briefmarken des Deutschen Reiches verwendet, die ab 1905 ausgegeben wurden und einen Aufdruck in belgischen Centimes und Francs trugen. Die Ausgabe der Briefmarken erfolgte wie folgt: 3 Ab Anfang Oktober 1914: 3 Centimes auf 3 Pfennig, die 5 Centimes auf 5 Pfennig, die 10 Centimes auf 10 Pfennig und die 25 Cent auf 20 Pfennig. 4 Am 18. März 1915 folgten die Münzen 50 Centimes auf 40 Pfennig, 75 Centimes auf 60 Pfennig, 1 Franc auf 80 Pfennig, 1,25 Franc auf 1 Mark und 2,50 Franc auf 2 Mark. Die zweite Aufdruckserie erschien am 1. Mai 1916. In dieser Serie wurde die Aufdruckform geändert und einige Werte hinzugefügt. Die Werte mit dem geänderten Aufdruck waren: 5 3 Rappen auf 3 Pfennig, 5 Rappen auf 5 Pfennig, 10 Rappen auf 10 Pfennig, 25 Rappen auf 20 Pfennig, 50 Rappen auf 40 Pfennig, 75 Rappen auf 60 Pfennig, 1 Franken auf 80 Pfennig, 1,25 Franken auf 1 Mark und 2,50 Franken auf 2 Markieren. 6 Die Aufschläge betrugen 2 Cent auf 2 Pfennig, 8 Cent auf 7½ Pfennig, 15 Cent auf 15 Pfennig (gelbbraun), 15 Cent auf 15 Pfennig (violett, ausgegeben 1917), 20 Cent auf 25 Pfennig, 40 Cent auf 30 Pfennig und 6,25 Franken auf 5 Mark. 7 Im Jahr 1914 wurden auch einige Postwertzeichen des Deutschen Reiches mit einem Aufdruck versehen, beispielsweise die 5-Pfennig-Postkarte mit einem 5-Centimes-Aufdruck. Bekannt sind jedoch auch ein Postkartenbogen mit einem 10-Centimes-Aufdruck auf 10 Pfennig sowie eine 10-Centimes-Postkarte auf 10 Pfennig. 8 Sowohl die Inlands- als auch die Auslandspost wurde von deutschen Beamten zensiert. Hier einige Beispiele von 5-Cent-Postkarten, die in Brüssel abgestempelt wurden und einen Zensurstempel der Militärischen Überwachungsstelle Brüssel tragen. 1 Zensurstempel existieren in vielfältigen Formen und mit unterschiedlichen Texten. In vielen größeren Städten wurden Zensurämter eingerichtet, wie die darauf vermerkten Ortsnamen belegen. Das Sammeln von Postsendungen mit Zensurstempeln, die von der deutschen Wehrmacht und der Post während der Besatzungszeit in Belgien verwendet wurden, ist ein spannendes und unterhaltsames Hobby – nicht nur heute, sondern auch während der Besatzung. Man denke nur an die Postkarte, die im Juni 1914 in Antwerpen aufgegeben wurde und an die Gebrüder Senf in Leipzig, Herausgeber einer philatelistischen Zeitschrift und von Briefmarkenalben, adressiert war. Der Verfasser der Postkarte bat um die Zusendung einer Ergänzung für sein Album… 10 Mit einem Zensurstempel aus Antwerpen. Gedruckt in Rot, existieren sie aber auch in Schwarz. Und es sind noch immer viele solcher Poststücke im Umlauf. Man kann damit durchaus eine Sammlung beginnen. Eine Idee? Dann lesen Sie auch den nächsten Abschnitt über das „Etappengebiet West“ während der belgischen Besatzung.

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