Die belgische Besetzung von Eupen und Malmedy

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Kleine TasseDer Versailler Vertrag vom 28. April 1918 legte unter anderem fest, dass die Kantone Eupen, Malmedy und Sankt Vith mit Wirkung zum 1. Januar 1920 an Belgien abgetreten werden sollten. Die Kantone hatten wenig Gemeinsamkeiten. In Eupen und Sankt Vith wurde hauptsächlich Deutsch gesprochen, während in Malmedy überwiegend Französisch gesprochen wurde. 1 Am 25. Juli 1940 gab die damalige deutsche Post zwei Briefmarken zur Erinnerung an die Rückkehr der Gebiete Eupen, Malmedy und Moresnet an das Deutsche Reich heraus. Eupen hatte alte Verbindungen zu Österreich (dem Haus Habsburg) und dem Deutschen Reich, während Malmedy historische Verbindungen zu Luxemburg aufwies. Die Gebiete waren 1815 auf dem Wiener Kongress an Preußen abgetreten worden und später Teil des Deutschen Reiches geworden. 4 Da Eupen und Malmedy zuvor deutsch gewesen waren, besaßen die Bevölkerung, die Geschäfte und die Betriebe ausschließlich deutsches Geld, Pfennig und Mark. Daher wurde nach dem Übergang zu Belgien eine Briefmarkenserie mit deutschem Aufdruck herausgegeben. Ab dem 15. Januar 1920 war die belgische Post für die Postämter in Eupen, Malmedy und Sankt Vith zuständig. Die Briefmarkenserie war ab diesem Datum erhältlich. Die Bevölkerung beider Gebiete hatte die Möglichkeit, über ihre Zukunft abzustimmen: ob sie Teil Belgiens bleiben oder zu Deutschland zurückkehren wollte. Die Abstimmung fand zwischen dem 26. Januar und dem 23. Juli 1920 statt. Wer nicht zu Belgien gehören wollte, konnte dies in den jeweiligen Rathäusern kundtun. Allerdings hatten sie kaum eine Wahl. Es kursierten Gerüchte, dass diejenigen, die nicht Teil Belgiens bleiben wollten, alle ihre Rechte verlieren und nach Deutschland deportiert würden. Folglich stimmten nur 271 Personen für die Rückkehr nach Deutschland, obwohl 33.726 gültige Stimmen abgegeben worden waren. 3 Fünfzig Jahre später, am 12. Dezember 1970, gab die belgische Post eine Briefmarke zur Erinnerung an die „Annexion“ der Kantone Eupen, Malmedy und Sankt Vith heraus. Die Gültigkeit der Briefmarken in Pfennig und Mark für die Frankierung von Postsendungen war jedoch nur von kurzer Dauer. Sie verloren in Malmedy bereits am 13. März 1920 und in Eupen am 28. März 1920 ihre Gültigkeit. Kurz darauf folgte eine neue Serie mit Aufdrucken, jeweils eine für Eupen und eine für Malmedy. Diese wird in einem späteren Beitrag auf diesem Blog beschrieben.

1 Reaktion

  1. Eupen gehörte bis zur französischen Kolonialzeit zu Limburg, und der dortige Dialekt ähnelt stark dem Limburgischen.

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