Die Krone passt nicht.

Niederlande Wissenschaft Briefmarken
neue Kronenmarke Willem AlexanderIm Jahr 2014 gaben die Niederlande Briefmarken mit dem Porträt ihres neu gekrönten Königs Willem-Alexander heraus. Doch irgendetwas stimmte nicht ganz mit den Briefmarken – und ich meine damit nicht die Größe des Kopfes des neuen Königs. Die Gestalter hatten auf der Briefmarke eine Krone platziert, die der britischen St.-Edwards-Krone stark ähnelte. Hatte sich die niederländische Monarchie etwa in finanzielle Schwierigkeiten gebracht und sich die Krone des britischen Königshauses Windsor „ausgeliehen“? Das hätte die Geschichte vielleicht interessanter gemacht, doch Tatsache ist, dass dem Designbüro Studio Job schlicht ein Fehler unterlaufen war. Nach zahlreichen Beschwerden bei der niederländischen Post PostNL im Jahr 2014 wurde beschlossen, ab Januar 2015 eine Neuauflage mit einer realistischeren Darstellung der offiziellen niederländischen Krone herauszugeben.
Krone des niederländischen Hauses Oranien-Nassau
Krone des niederländischen Hauses Oranien-Nassau. Die niederländische Krone besteht aus vergoldetem Silber, die „Edelsteine“ sind aus Glas und Fischschuppen gefertigt.
 
Krone des britischen Hauses Windsor
Krone des britischen Hauses Windsor
Neue Willem-Alexander-Briefmarken
Die neue Ausgabe für 2015
 
Briefmarken mit verschiedenen Kronen
Unten links auf der Briefmarke von 2014 im Vergleich zu 2015 – beachten Sie den Unterschied im Kronendesign.
Als Brite, der Monarchien grundsätzlich nicht besonders schätzt und derzeit in den Niederlanden lebt, war ich etwas überrascht von den Ergebnissen einer Studie von Herman Matthijs, Professor für Verwaltungswissenschaft und öffentliche Finanzen an der Universität Gent. Er gab an, dass das niederländische Königshaus Oranien-Nassau die niederländischen Steuerzahler im vergangenen Jahr 31 Millionen Pfund gekostet hat. Im Vergleich dazu beliefen sich die Kosten für den britischen Steuerzahler im selben Jahr auf rund 29.7 Millionen Pfund, was die niederländische Königsfamilie zur teuersten für den Steuerzahler in Westeuropa macht. Eine durchaus überraschende Tatsache für eine Monarchie, die sich angeblich durch Zurückhaltung und ihre Vorliebe fürs Fahrrad auszeichnet.
Gastbeitrag