Kontrastreiche Kinderbriefmarken 2013

Niederlande Beitrag
Kinderpostzegels 2013Die Lebensbedingungen der abgebildeten äthiopischen Kinder vermitteln gewiss kein heiteres und rosiges Bild der Realität. Im Gegenteil. Die Ausdruckskraft von Schwarz-Weiß-Fotografien ist hier treffender als die von Farbfotos. Die drei Kinder auf den Briefmarken zeigen jeweils zwei Kinder in zwei Rollenspielen innerhalb der fotografischen Bildsprache: einen „studierenden“ Arbeiter und einen arbeitenden „Schüler“ (eine Doppelrolle). Diese sechs Kindermotive auf den Briefmarken vermitteln ein authentisches Bild der Zielgruppe, für die die zusätzlichen Mittel bestimmt sind: Kinder, die weniger Glück haben und Unterstützung benötigen.

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Kinderbriefmarken [1,5 ct] Niederlande 1931 Kinderbriefmarken [5 ct] Niederlande 1931 Kinderbriefmarken [6 ct] Niederlande 1931 Kinderbriefmarken [12,5 ct] Niederlande 1931 Diese neuen Kinderbriefmarken entsprechen thematisch den Darstellungen der Kinder auf den Kinderbriefmarken von 1931 (nvph 240/43). Sie zeigen ein gehörloses, geistig behindertes, blindes und vernachlässigtes Kind. Der damalige Slogan lautete: „Zeigt den Menschen die Realität.“ Daher die realistische Darstellung, mit der der Designer Kiljan versuchte, nicht „anstößig“ zu wirken. Die Reaktionen waren heftig: „Es ist höchst unanständig, die Beeinträchtigungen bestimmter, bekannter Kinder auf diese Weise öffentlich zu machen. Die Menschen bevorzugen ansprechende Briefmarken, keine Symbole für Missbrauch und Leid.“

Bogen mit Kinderbriefmarken 2013

Ob die neuen Kinderbriefmarken solche Reaktionen hervorrufen werden, ist fraglich. Die Motive werden als wenig ansprechend und weltfremd wahrgenommen. Zudem sehen die Menschen heutzutage im Fernsehen viel Leid, was zu emotionaler Abstumpfung und Apathie führt. In einer zunehmend verhärteten Gesellschaft nehmen die Gefühle der Menschen immer mehr ab. Bislang waren auf Kinderbriefmarken stets vorbildliche, strahlend gesunde Kinder abgebildet (mit Ausnahme der Kinder aus Entwicklungsländern (Schwarz-Weiß-Fotos) auf den Kinderbriefmarken von 1979 (nvph 1186/88)). Besonders beliebt waren zuletzt die Prinzessinnen Amalia, Alexia und Ariane auf den letztjährigen Kinderbriefmarken.

Täuschung?

Foto Kind '13

Die neueste Ausgabe von „Es gibt Post!“ (Herbst 2013, S. 18) berichtet unter der Überschrift „Die Kinderbriefmarken kommen!“ über die neuen Kinderbriefmarken. Die Bildunterschrift begleitet ein Farbfoto des zehnjährigen Abaynew: „Ich musste jeden Tag Vieh hüten. Sehr harte Arbeit. Seit Kurzem lerne ich lesen und schreiben, das macht mich glücklich.“ Im Artikel heißt es weiter: „Abaynews Eltern haben inzwischen verstanden, wie wichtig die Schule für die Zukunft ihres Sohnes ist. Jetzt darf er hingehen und lernt lesen und schreiben.“ Kinderpostzegels2 Der Begleittext legt nahe, dass der fröhlich wirkende Junge auf dem Farbfoto (im Hintergrund schreibt eine Lehrerin an der Tafel) derselbe ist wie der Junge auf den beiden eindrucksvollen Abbildungen der Kinderbriefmarken mit rotem Nennwert und Ländernamen. Diese Annahme ist falsch! Links neben dem Farbfoto steht vertikal „Foto: Frank van Geelen“, während die beiden Schwarz-Weiß-Fotos der Kinderbriefmarken von Anton Corbijn aufgenommen wurden. Es handelt sich also um zwei verschiedene Kinder, die beide Vieh hüten müssen. Der Text führt uns daher in die Irre. Darüber hinaus erfüllt das Farbfoto in diesem Artikel eine völlig andere Funktion als die Schwarz-Weiß-Fotos auf den Kinderbriefmarken. Das ansprechende Farbfoto lockert den Artikel auf und regt zum Kauf neuer Kinderbriefmarken an. Es weckt positive Assoziationen.

Erlöse aus der Kinderbriefmarkenkampagne 2012

Im vergangenen Jahr erzielte die Briefmarkenaktion für Kinder einen Rekorderlös von 11.6 Millionen Euro (1,6 Millionen mehr als 2011). Das war nicht überraschend. Dafür gab es mehrere Gründe.
  1. Am 14. September 2012 (12 Tage vor der Schulaktion, bei der Schüler mit Bestellformularen von Tür zu Tür gehen) widmeten alle Medien den drei ganz besonderen Models auf den neuen Kinderbriefmarken – der 8-jährigen Prinzessin Amalia, der 7-jährigen Prinzessin Alexia und der 5-jährigen Prinzessin Ariane – viel Aufmerksamkeit in Wort und Bild. Die drei Prinzessinnen sind als Prominente außerordentlich beliebt. Viele sind daran interessiert, diese königlichen Kinderbriefmarken (als Sammlerstücke) zu besitzen.Dankeskarte für Kinder 2012Nach Abschluss der Briefmarkenaktionen für Kinder erhalten die Mitarbeiter traditionell eine Dankeskarte mit einer Kinderbriefmarke (die bereits 1949 herausgegeben wurde) als Anerkennung für ihre Unterstützung. Von den 12.000 Exemplaren (diese Karte ist die 4565.) geht ein Großteil an Lehrkräfte, die als enge Mitarbeiter der Schulaktion mitgewirkt haben. Die doppelseitige Karte zeigt eine Kinderbriefmarke mit dem Stempel aus Leiden (Sitz der Stichting Kinderpostzegels Nederland [SKN]) vom 6. November 12. Da sechs verschiedene Kinderbriefmarken verwendet wurden, existieren sechs Varianten dieser Karte. Sammler müssen sich nicht an die SKN wenden, um eine solche Karte zu erhalten: Sie wird ausschließlich an Mitarbeiter ausgegeben. Im Jahr 2008 veröffentlichte die Vereniging Kinderpostzegels & Maximafilie einen umfassenden und reich bebilderten Farbkatalog (Mehrfachordner).
  2. Das brisante Thema hat daher zwölf Tage lang in Folge außerordentlich viel Aufmerksamkeit von der Bild- und Printpresse erhalten. Diese extra lange, kostenlose Werbephase hat sich für die Briefmarkenkampagne für Kinder definitiv gelohnt.
  3. Die von Pater Willem-Alexander aufgenommenen Fotos haben sicherlich auch zum Verkaufserfolg beigetragen.
Es ist fraglich, ob die diesjährige Kinderbriefmarkenaktion an die spektakulären Einnahmen des Vorjahres anknüpfen kann. In diesem Jahr wurde die Schulaktion mit den Briefmarkenmotiven nicht von einer umfangreichen Pressekampagne begleitet. Abgesehen von der aktuellen Krise, in der jeder bewusster mit Geld umgeht, sprechen die Themen und Motive der Kinderbriefmarken (insbesondere die Schwarz-Weiß-Varianten) die Öffentlichkeit weniger an.

10 Kommentare

  1. Der höhere Kaufpreis von 2013 kann zu einem hohen Ertrag der Kinderbriefmarkenaktion beitragen. Im Jahr 2012 kostete eine Kinderbriefmarke für das jeweilige Jahr 0,50 € + 0,25 €; im Jahr 2013 kostet sie 0,60 € + 0,30 €.
    Im Jahr 2012 war der Preis pro Briefmarke bereits höher als im Jahr 2011. Und im Jahr 2014 ist der Preis erneut höher als im Jahr 2013.
    Sie haben es verdient.

  2. Das haben sie sich redlich verdient. PostNL könnte außerdem noch etwas mehr tun für all die Bogen, die sofort auf die Rebuskarten geklebt werden, und all die Briefmarken, die ohnehin in den Alben der verbliebenen Sammler landen.
    Aber wer weiß, vielleicht ist ja schon etwas vereinbart worden.

  3. Ja, wie schon in den Vorjahren unterstützen wir mit den Kindermarken einen guten Zweck. Das ändert nichts daran, dass es sich um Briefmarken mit ernstem Charakter handelt. Als Sammler nehmen Sie diese Marken natürlich in Ihre Sammlung auf. In der Praxis wird es aber wohl wieder so sein, dass die Eltern, Onkel und Tanten, die die Marken in der Schule gekauft haben, sie aufbewahren und vergessen, sie zu benutzen. Nachdem die Guldenmarken von der Post zum 1. November für den Postversand für ungültig erklärt wurden, sind die Kindermarken mit Guldenwerten in verschiedenen Familien aufgetaucht. Diese Marken haben durch ihre Aufpreise vielen guten Zwecken gedient, aber auch unsere privatisierte Post hat damit einen netten kleinen Gewinn erzielt. Von diesem Betrag – ohne dafür einen Postdienst bereitgestellt zu haben – sollte ein Prozentsatz tatsächlich für wohltätige Zwecke gespendet werden.

  4. Cor @well dann qualifizieren sich doch sicherlich auch die Sommer-/Seniorenmarken und andere Zuschlagsmarken; so viel Geld könnte über die PTT eingenommen werden, warum also jetzt noch extra verlangen?

  5. Gerade eben, Dienstag, 5. November, 12:00 Uhr, in den NOS-Nachrichten im Fernsehen
    Der Umsatz betrug auch in diesem Jahr wieder 11,6 Millionen.
    „Der Ausschuss ist von diesem Ergebnis angenehm überrascht.“

  6. Tatsächlich entspricht der diesjährige Umsatz dem des Vorjahres, der ebenfalls 11,6 Millionen Euro betrug. SKN hat sich diesen Erfolg redlich verdient.

  7. Gute Ausbeute. Schöne Briefmarken auch, sie wurden heute nach Hause geliefert.
    Das Design von Kinderbriefmarken finde ich oft etwas weniger gelungen, aber die Briefmarken vom letzten und diesem Jahr sind wirklich klasse!

  8. Sind diese Fragen noch offen?
    Wie viele Bögen mit Kinderbriefmarken wurden dieses Jahr verkauft?
    Welchen Anteil haben die Ticketverkäufe am Gesamtumsatz?
    Hat sich das Verhältnis der Einnahmen aus Briefmarken zu den Einnahmen aus Postkarten im Laufe der Jahre verändert, und wenn ja, wie?

  9. Anders als in diesem Blog behauptet, handelt es sich bei dem Jungen auf dem Farbfoto um denselben Jungen wie auf dem Schwarzweißfoto von Anton Corbijn.
    Das Farbfoto habe ich aufgenommen. Das Foto von Anton entstand am Vortag. Ich war selbst dabei.
    Farbe und Schwarzweiß können eine unterschiedliche Wahrnehmung erzeugen.

    Frank van Geelen

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