Zensur in England
Mitten im Ersten Weltkrieg schrieb Herr Ruys de Perez aus Bloemendaal einen Brief an die Londoner Firma Harmer, Rooke & Co. Der Einschreibebrief wurde am 28. Januar 1916 aufgegeben. Das Unternehmen, das in der Fleet Street Briefmarkenauktionen veranstaltete, bestand seit dem 1. Januar 1909 und hatte sich seither einen guten Ruf erworben.
Nun zurück zum Brief. Der Umschlag wurde auf der Post gekauft, wo die 12-Cent-Briefmarke bereits vorgedruckt war. Sammler bezeichnen ihn als Postwertzeichen. Das Porto für einen Brief betrug damals 12 Cent. Der Absender hatte bereits einen Einschreibestempel sowie das Datum 28. Januar 1916 angebracht.
Der Brief kam in London an und trug den Aufdruck eines Einschreibens in roter Tinte.
Der vollständige Text kann auf dem Streifen auf der Rückseite des Umschlags gelesen werden: Geöffnet von Zensor 55.
Der Absender! Herr PJB Ruys de Perez, ein bekannter Name aus dem Zweiten Weltkrieg. War es der „Junge“ Ruys de Perez, Kommandant der 1. JaVA auf dem Flugplatz Ypenburg bei Kriegsausbruch am 10. Mai 1940? Der Oberleutnant und Pilot, der mit seinem Jagdflugzeug, einer D-21 mit der Nummer 222, an den Luftkämpfen teilnahm, aber aufgrund eines defekten Maschinengewehrs leider nichts ausrichten konnte? Nein, das kann nicht sein, denn er wurde am 7. Juni 1909 in Bloemendaal geboren. Dann muss es sein Vater sein, der dieselben Initialen wie sein Sohn hatte. Pierre Jean Baptiste Ruys de Perez, der sich später dem Widerstand anschloss, wurde verhaftet und zum Tode verurteilt. Er starb am 15. August 1942 vor einem Erschießungskommando in den Dünen bei Bloemendaal.



