Betrüger entlarvt

Großbritannien Philatelie Briefmarken
Als Sammler britischer Poststücke freue ich mich immer über einen Briefumschlag mit einer besonderen Besonderheit. Auf den ersten Blick fällt diese Besonderheit nicht auf: ein Einschreiben aus Preston (Lancashire) vom 5. Oktober 1959, frankiert mit einfachen Briefmarken der sogenannten Wilding-Serie mit Abbildungen von Königin Elizabeth II. Aber warum ist die 1-Pence-Briefmarke (1d) teilweise über die 3-Pence-Briefmarke (3d) geklebt? Was bedeutet der schwarze Fleck an Elizabeths Hals? Mit einem Scanner lassen sich Briefmarkenbilder deutlich vergrößern. Toon Hermans würde sagen: „Bis der Fleck größer wird!“ Ein solcher Fleck ist auf der Originalbriefmarke nicht vorhanden.

Die Briefmarken wurden jedoch von einigen Postdiensten britischer Gebiete herausgegeben. Nach einiger Suche stieß ich auf eine Briefmarke, die diesen Fleck nicht aufwies, sondern einen Aufdruck in Form der Zahl 3 und den Wert in Annas. Die Briefmarke war von der britischen Postverwaltung im unabhängigen Sultanat Maskat in Ostarabien herausgegeben worden. Damit war das Rätsel gelöst. Der Absender des Briefes war offenbar ein Sammler. Er hatte einen Einschreibebrief an die Philatelieabteilung (Briefmarkenstelle) des Postamts von Exeter geschickt. Vielleicht hatte er (oder sie) Geld beigelegt, um Briefmarken für die Sammlung zu kaufen. Doch dieser Sammler hatte offenbar keine 3-Pence-Briefmarke zur Hand, um Porto und Gebühren für den Einschreibebrief zu bezahlen. Also klebte er einfach die Maskat-Briefmarke auf und, um sie unauffällig zu machen, die 1-Pence-Briefmarke darüber. Leider (oder sollte ich sagen: zum Glück?) war das für mich nicht unauffällig genug. Offenbar war es für den Beamten gedacht, der die Sendung abstempelte. Der hatte es nicht gesehen! Und so wurde der Betrüger schließlich entlarvt.

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