Amrita Sher-Gil in Assen

In der Ausstellung „Amrita Sher-Gil – ‚Europa gehört Picasso, Indien gehört mir‘“ lernen Sie Amrita Sher-Gil kennen, die Begründerin der modernen indischen Kunst. Dies ist Sher-Gils erste Ausstellung in den Niederlanden. Sie ist noch bis zum 20. September 2026 im Drents Museum in Assen zu sehen. Ein absolutes Muss für alle Liebhaber indischer Kunst. Die Werke stammen aus einem indischen Museum und zeichnen ihr gesamtes kurzes künstlerisches Schaffen nach. „Europa gehört Picasso, Matisse, Braque und vielen anderen. Indien gehört mir allein.“ Mit diesen Worten beschrieb Amrita Sher-Gil (1913–1941) ihre einzigartige Stellung in der Kunstwelt. Die Ausstellung im Drents Museum präsentiert Fotografien und fast fünfzig Gemälde und Zeichnungen der ungarisch-indischen Künstlerin Amrita Sher-Gil (Budapest 1913 – Lahore 1941). Sie lebte nur 28 Jahre, hinterließ aber ein beeindruckendes und einflussreiches Werk, in dem moderne europäische Malerei mit indischen Farben, Themen und Erzählungen verschmilzt. Ihre Arbeiten werden nun erstmals seit fast zwanzig Jahren wieder in Europa ausgestellt.

Junge Jahre

Indien war das Heimatland ihres Vaters, Ungarn das ihrer Mutter. Amrita Sher-Gil wurde 1913 in Budapest geboren und wuchs zwischen zwei Kulturen auf. Schon früh zeigte sie sich kreativ, unkonventionell und unabhängig. Sie nahm Zeichen- und Malunterricht und begann schon früh, Grenzen zu überschreiten. So besuchte sie beispielsweise 1924 kurzzeitig eine Kunstschule in Florenz, wo sie mit den italienischen Meistern in Kontakt kam, aber beinahe wegen Aktzeichnungen der Schule verwiesen wurde.

Parijs

1929 zog Sher-Gil mit ihrer Familie nach Paris, um an der Académie de la Grande Chaumière und später an der renommierten École des Beaux-Arts zu studieren. Dort vertiefte sie sich in die Werke moderner Künstler wie Suzanne Valadon, Paul Cézanne und Paul Gauguin und malte zahlreiche Selbstporträts sowie Porträts von Freunden, Szenen aus dem Pariser Leben und Stillleben. Ihr Talent blieb nicht unbemerkt: 1933 gewann sie mit dem Werk *Junge Frauen* die Goldmedaille im Salon de Paris. Darüber hinaus wurde sie als jüngste Künstlerin aller Zeiten und erste mit asiatischen Wurzeln zum Mitglied dieser angesehenen Gesellschaft ernannt. In Paris entwickelte sie sich zu einer weltoffenen Malerin, die mühelos verschiedene Welten miteinander verband.

Indien

1934 kehrte Amrita Sher-Gil nach Indien zurück, überzeugt, dort ihre Bestimmung zu finden. Sie knüpfte an europäische Maltraditionen an und bereicherte sie mit Elementen traditioneller indischer Kunst. Sie tauschte ihre europäische Kleidung gegen Saris und bereiste das ganze Land. Inspiration fand sie unter anderem in den Höhlenmalereien von Ajanta, in Mogul-Miniaturen und im Alltag auf Märkten und in Dörfern. Ihre Farbpalette veränderte sich grundlegend: Leuchtende Rottöne, erdige Brauntöne und warme Ockerfarben spiegeln das indische Licht und die Landschaft wider. In ihrem Werk schuf sie ein neues, kraftvolles Bild der Weiblichkeit und gab den Armen und Ausgegrenzten Indiens eine Stimme.

Einzigartige Ausstellung

Amrita Sher-Gil – „Europa gehört Picasso, Indien gehört mir“ präsentiert Gemälde und Zeichnungen aus der National Gallery of Modern Art in Neu-Delhi, die die größte und vollständigste Sammlung ihrer Werke beherbergt. Die Ausstellung veranschaulicht ihre künstlerische Entwicklung: von ihrer Pariser Zeit bis hin zu Werken, in denen sie die Kraft und Schönheit des indischen Alltags einfängt. Ihre Gemälde gelten als nationales Kulturerbe und verlassen Indien daher nur selten. Diese Ausstellung bietet eine einzigartige Gelegenheit, ihre Meisterwerke aus nächster Nähe zu betrachten.

Mehr Infos:

Amrita Sher-Gil – „Europa gehört Picasso, Indien gehört mir“, bis zum 20. September 2026 im Drents Museum (Assen):

https://drentsmuseum.nl/tentoonstellingen/amrita-sher-gil-europa-is-van-picasso-india-is-van-mij

Aktuelle und ältere Museumsblogs: https://www.freestampmagazine.nl/tag/made-in-holland/

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