23. Nationaler Orgeltag am 14. September 2024

Am Samstag, dem 14. September, wird zum 23. Mal der Nationale Orgeltag gefeiert. Traditionell fällt dieser Tag mit dem Samstag des Tages der offenen Denkmäler zusammen, der unter dem Motto „Erbe von Wegen, Netzen und Verbindungen“ steht. Organisten und Orgelvereine präsentieren ihre Orgeln an unzähligen Orten im ganzen Land. Es ist eine wunderbare Gelegenheit, eine Kirche zu besuchen und die Orgelmusik zu genießen. Haben Sie Orgelmusik in Ihren Alben und kennen Sie die beiden Museen in Utrecht und Elburg, die große Orgelsammlungen beherbergen?

23. Nationaler Orgeltag, 14. September 2024

Der Nationale Orgeltag findet seit 2002 am zweiten Samstag im September statt. Jedes Jahr wird der nationale Auftakt an einem anderen Ort gefeiert. 2024 findet er in der Hooglandse Kerk in Leiden statt. Anschließend gibt es einen Orgelrundgang vorbei an vier innerstädtischen Kirchen: der Waalse Kerk, der Lokhorstkerk, der Marekerk und der Hartebrugkerk. Das Abschlusskonzert spielt Willeke Smits an der Willis-Orgel in der Hooglandse Kerk.
Persönliches Siegel „Pieterskerk Leiden“. Im Hintergrund ist die Orgelvorderseite zu sehen.
Über weite Strecken der Kirchengeschichte war Instrumentalmusik im Gottesdienst verboten. Die Instrumente erinnerten schließlich allzu schmerzlich an die Christenverfolgung im römischen Zirkus, wo der Klang von Trompete und Orgel zu hören war. Ende des 8. Jahrhunderts hielt die Orgel allmählich Einzug in die Kirchen. Ursprünglich diente sie nicht als Begleitinstrument, sondern spielte Musikstücke zu passenden Stellen in der Liturgie. Besonders im 16. und 17. Jahrhundert in den Niederlanden wurde die Kirchenorgel während Gottesdiensten und Messen gar nicht benutzt, sondern nur für Konzerte und zur musikalischen Untermalung weltlicher Veranstaltungen.
Max. Karte: Nieuwe Kerk Amsterdam. Hauptorgel mit geschlossenen Fensterläden.
De reformatoren Huldrych Zwingli Johannes Calvin und Johannes Calvin waren vom Orgelspiel im Gottesdienst gewiss nicht begeistert. In Genf wurde die Orgel 1536 sogar aus der Kirche entfernt. In den Niederlanden forderte die Nationalsynode von Dordrecht 1578 die Abschaffung der Orgeln in den Kirchen. Gisbertus Voetius war ein entschiedener Gegner der Orgel; er war der Ansicht, sie gehöre jüdischen und römisch-katholischen Traditionen an und Musikinstrumente lenkten zu sehr vom eigentlichen Inhalt ab. Dass viele Orgeln nicht abgerissen wurden, erklärt sich dadurch, dass die Orgel in den wichtigsten Kirchen oft im Besitz des Stadtrats war, während der Organist von den weltlichen Behörden angestellt war. Bereits im 17. Jahrhundert wurde Kirchenorgeln auch ein gewisser sozialer Status zugeschrieben, mit dem die Städte einander zu übertreffen suchten. Die Hauptaufgabe der Kirchenorgel bestand jedoch darin, den Gemeindegesang zu begleiten, zunächst in protestantischen und später auch in den meisten römisch-katholischen Kirchen. Hauptziel war die Begleitung menschlicher Stimmen (Chor oder Solist), und die Kirchenorgel war dementsprechend ausgestattet. Die meisten Kirchenorgeln sind Pfeifenorgeln. Größere Kirchen besitzen oft mehrere Orgeln. Die Orgel ist ein Blasinstrument. Das bedeutet, dass der Ton einer Pfeifenorgel durch das Blasen von Druckluft (in Fachkreisen „Wind“ genannt) durch eine oder mehrere Pfeifen erzeugt wird. Prinzipiell ähnelt sie daher einer Blockflöte, nur dass die Windzufuhr mechanisch oder elektrisch erfolgt. Die Klangfarbe hängt von der Art der Tonerzeugung, der Form der Pfeife und dem Material ab, aus dem sie gefertigt ist. Wenn ein Flötist die Tonhöhe ändern möchte, verschließt er ein oder mehrere Löcher. Dadurch verändert er ständig die Länge der schwingenden Luftsäule in der Flöte (sodass unterschiedliche Töne erklingen). Dies ist bei einer Orgelpfeife nicht möglich. Daher muss für jeden Ton eine Pfeife unterschiedlicher Länge angeblasen werden (vergleiche die Panflöte). Hat eine Klaviatur 51 Tasten, so benötigt jedes Register ebenfalls 51 Pfeifen. Diese Pfeifen bestehen aus Holz (Eiche oder Kiefer) oder Metall (Blei oder Zinn). Neben der Hauptorgel gibt es oft eine Chororgel und manchmal auch eine Truhenorgel. In evangelischen Kirchen findet sich mitunter eine Altarorgel.
Persönliche Stempel. Detail der Vorderseite des Studienexemplars der „Peter-Gerritsz-Orgel“ mit dem Logo der Orgelmacherei Reil BV.
  Verwendete Quellen: Hans-Timmerman-Sammlung und Ankündigungen zum Nationalen Orgeltag  

Mehr Infos:

23. Nationaler Orgeltag, 14. September 2024: http://www.nationaleorgeldag.nl/ Premiere in Leiden am 14. September und Programmheft: https://www.orgelnieuws.nl/opening-nationale-orgeldag-2024-in-leiden-bekijk-hier-het-programma/ Museum Speelklok: https://www.museumspeelklok.nl/ Nationales Orgelmuseum Elburg: https://www.nationaalorgelmuseum.nl/ Das Nationale Orgelmuseum ist das einzige Museum in den Niederlanden, das sich der historischen Pfeifenorgel widmet. Es befindet sich in einem mittelalterlichen Stadtschloss, das einst für den Herzog von Geldern erbaut wurde. Anhand einer einzigartigen Sammlung von (spielbaren) Orgeln, Orgelteilen, Orgelmodellen und wunderschönen Fotografien wird die Entwicklung der niederländischen Pfeifenorgel vom Mittelalter bis in die Gegenwart veranschaulicht. Darüber hinaus gibt es einen Museumsshop mit einer großen Auswahl an Orgelpostkarten, CDs, LPs und Orgelnoten. Speziell für Kinder bietet das Museum eine unterhaltsame Schnitzeljagd mit passender Musik. Auch eine Vitrine mit Orgelphilatelie ist im Museum zu finden.

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